Zu den merkwürdige Aussagen von Uli Hoeneß

Abteilung Mitleid

Fast war es wie früher, als Uli Hoeneß am Sonntag zum verbalen Rundumschlag ansetzte. Doch im Nachgang bleibt vor allem ein Eindruck haften - Bayerns Präsident hat den Faden verloren.

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Uli Hoeneß kann einem Leid tun. Da saß er am Sonntag in der Kulisse der Sky-Sendung »Wontorra - Der Fußball-Talk« und ließ mal wieder richtig vom Stapel. Und hinterließ mit seinen Aussagen nichts weiter als den Eindruck eines Mecker-Rentners. Das war mal anders.

Uli Hoeneß, das war die »Abteilung Attacke«. Besorgt um seinen FC Bayern und gleich noch um ganz Fußball-Deutschland mit. Wenn der Kopf des früheren Managers und heutigen Präsidenten zu Hochform und also rot anlief, konnte man sich sicher sein - es lag etwas im Argen. Hoeneß spürte die Gefahr, bevor sie sich selbst darüber im Klaren war, eine zu sein.

So passierte das Undenkbare

Oder hatte Wissen, das andere nicht hatten. So wie im Fall Christoph Daum, den er 2000 und kurz bevor dieser zum Bundestrainer berufen werden konnte, des Kokain-Konsums bezichtigte. Das brachte ihm jede Menge Ärger, Drohungen und erst sehr viel später Genugtuung und Gerechtigkeit ein.



Man musste ihn nicht leiden können, aber respektieren. Für sein Lebenswerk FC Bayern, für seine Geradlinigkeit und Authentizität. Vor sich selbst konnte er sich nicht warnen. Und so passierte das Undenkbare - der Mann, der in Talkshows lauthals für Steuergerechtigkeit in Deutschland eintrat, hatte Steuern hinterzogen. Hoeneß wurde der Prozess gemacht und er erhielt seine Strafe.

Wirre Angriffe ins Nichts



Mit der erneuten Wahl zum Präsidenten im November 2016 schien dieses Kapitel abgeschlossen, Hoeneß rehabilitiert und wieder eingegliedert zu sein, auch in seinem Beruf, der ihm immer Berufung war. Bald knüpfte er dort an, wo er vor seiner zwangsweisen Auszeit aufgehört hatte. Hoeneß schien sich nicht verändert zu haben. Das Problem: Der Fußball dafür schon. 

Und so kam es, dass Hoeneß auch an diesem Sonntag bei »Wontorra - Der Fußball-Talk« seine gute alte Abteilung Attacke ritt. Allein seine Angriffe führten ins Nichts und wirkten allein deshalb stellenweise wirr.

 Da polterte er also, der FC Bayern wolle das große Preistreiben der von Oligarchen unterstützen Klubs nicht mitmachen. Um zugleich anzukündigen, man sammle dieses Jahr ein bisschen Geld, um im kommenden womöglich richtig investieren zu können.