Zu Charly Körbels 60. Geburtstag

»Das hat mich damals fast umgebracht.

Mit all den Jahren, die ich der Eintracht verbunden blieb, wurde mir mehr und mehr die Bedeutung Körbels für diesen Verein bewusst. Die ganzen Aufs und Abs, die diesen Verein so sehr auszeichnen, Körbel hat sie alle mitgemacht. Nur einmal war er ein paar Monate von seiner Diva getrennt, als man ihn als Coach verheizte. »Das hat mich damals fast umgebracht.«, sagte er mal, und man glaubt es ihm. Charly Körbel hätte locker woanders spielen, zu den Bayern gehen, er hätte weitaus mehr Spiele in der Nationalelf machen und viel erfolgreicher sein können. Aber was heißt denn Erfolg?


Vor einigen Jahren dann hatte ich selber die Gelegenheit, mit Körbel zu reden. Im Interview sprach er über sein erstes Bundesligaspiel, das weit vor meiner Geburt liegt. Er habe auch viel Glück gehabt, sagte Körbel bescheiden, und ich dachte, dass das gleiche für den Verein gelte. Als vor der Saison Sebastian Rode oder Sebastian Jung die Eintracht verließen, Spieler, die Integrationsfiguren hätten werden können, ärgerte mich das, aber übel genommen habe ich ihnen das nicht. Niemand bleibt noch bei seinem Verein, kaum ein Spieler hat überhaupt noch so etwas wie »seinen« Verein. Körbel ist seit über 40 Jahren bei der Eintracht. So etwas wird es wahrscheinlich nie wieder geben. 

Ein Trikot von Möller habe ich übrigens niemals besessen. Eines von Körbel natürlich auch nicht. Aber bald ist ja Weihnachten.