Zehn kuriose Geschichten über den DFB-Pokal

»Auszieh’n

6.
Lag es daran, dass Fortuna Düsseldorf unter Trainer Rehhagel 1980 im Pokalendspiel dem Erzrivalen aus Köln konditionell so überlegen war? Oder doch an den Allofs-Brüdern? Alles Mumpitz, erfuhren die »Kicker«-Leser am Tag danach. Es war vielmehr eine revolutionäre Idee von Düsseldorfs Ligaobmann Benno ­Beiroth, der seine Jungs erstmals in neuen Trikots mit einem »netzartigen Gewebe« auflaufen ließ. Deren entscheidender Vorteil: bessere Atmungsaktivität. Beiroth bauernschlau: »Oft können schon Kleinigkeiten viel ausmachen.«

7.
99 Minuten sind 1997 im Achtelfinale zwischen Alemannia Aachen und Waldhof Mannheim gespielt, da gibt Schiedsrichter Markus Merk beim Stand von 1:1 Elfmeter für den Gastgeber. Der Tivoli kocht, Alemanne Mario Krohm tritt an, Parade, Getümmel, Krohm staubt ab, 2:1 für Aachen! Doch Merk gibt den Treffer nicht. Denn aus dem Mannheimer Block ist während des Strafstoßes ein zusätzlicher Ball auf den Platz geflogen, Merk hat die Partie unterbrochen. Aachen scheidet schließlich im Elfmeterschießen aus.

8.
HSV-Kicker Georg Volkert vor dem Zweitrundenspiel 1974 beim VfB Eppingen kernig: »Die Eppinger sind doch blutige Amateure. Die Zuschauer werden in Zukunft schön zu Hause bleiben, wenn sie sehen, mit welcher Packung ihre Truppe in die Kabine marschiert.« Die Eppinger ihrerseits witzeln vor dem Anpfiff vergnügt, wer von ihnen wohl abends ins »Aktuelle Sportstudio« eingeladen wird. Der HSV verliert mit 1:2 und später sitzt der Student Gerd Störzer bei Dieter Kürten. Als blutiger Amateur und zweifacher Torschütze.

9.
Einst begleiteten Affenrufe und Bananenwürfe jeden auswärtigen Auftritt von Bayern-Keeper Oliver Kahn. 1997, beim DFB-Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg, wurde 
es dem Titan kurz mal zu bunt. Während der Verlängerung zeigte er dem VfL-Anhang spontan den nackten Allerwertesten. Begründung: »Ein bisschen Show gehört doch dazu.« Die später legendären Eier blieben jedoch verpackt, die Wolfsburger skandierten hoffnungsfroh »Auszieh’n!«. Doch Kahn blieb angezogen und gewann lieber das Elfmeterschießen.

10.
Beinahe-Skandal auf »Werders wunderbarer Top-Fete« (Mopo) anlässlich des Pokaltriumphs 1999 gegen den FC Bayern: Weil übereifrige Ordner die Eltern von Finalheld Frank Rost nicht auf die Party lassen wollten, machte sich Drama-Queen Rost aus dem Staub und feierte trotzig eine Etage tiefer mit Fans und Journalisten. Erst honigsüße Überredungskünste von Werder-Vize Klaus-Dieter Fischer konnten Rost wieder auf die offizielle Top-Fete locken. Happy End der Krisendiplomatie: Mama und Papa Rost durften mitfeiern.