Zehn kuriose Fußballwetten

»Wer gewinnt, bekommt ein Pferd«

6.
Die brunnentiefe Enttäuschung nicht verhehlen konnte die »Stuttgarter Zeitung« 1975, als der neue VfB-Libero Dragan Holcer eintraf (»Ein Riese ist der Jugoslawe nicht«). Dass ein jugoslawischer Journalist eine Wette anbot und 10 000 zahlen wollte, falls die Zeitung nach der Saison Holcer nicht als besten VfB-Spieler bezeichnen würde, löste Hohngelächter aus: »Ich weiß nicht, ob er Dinare oder Mark meinte!« Zum Glück für den Redakteur wurde nichts aus der Wette. Holcer blieb sechs Jahre und bestritt 179 Spiele für den VfB.

7.
Gerichtsverfahren, Streiks, Erdbewegungen, erst mit jahrelanger Verzögerung konnte das neue Wembleystadion 2007 fertigstellt werden. Ein Jahr zuvor hatten 60 Bauarbeiter eine heiße Wette abgeschlossen. Sie hatten Geld darauf gesetzt, dass die neue Arena nicht rechtzeitig zum englischen Pokalfinale fertiggestellt sein wird. Als im März 2006 der englische Fußballverband mitteilen ließ, dass wegen der Bauverzögerungen das Pokalfinale nach Cardiff verlegt werde, brandete auf der Baustelle frenetischer Jubel auf.

8.
Neureiche Wetteinsätze: Vor dem Nordderby zwischen dem HSV und Werder Bremen im Frühjahr 2012 offerierte Hamburgs Stürmer Paolo Guerrero seinem peruanischen Landsmann Claudio Pizarro. »Wer gewinnt, bekommt ein Pferd vom anderen.« Der Bremer blockte: »Ich spreche vor so einem wichtigen Spiel nicht mit dem Gegner.« Sonst hätte Pizarro womöglich den Gaul »Potthoff« rausrücken müssen. Der Stürmer hat eines seiner Tiere nämlich nach der verdienten Sekretärin von Bayern-Präsident Uli Hoeneß benannt.

9.
Wenn die Nationalmannschaft von Andorra antritt, werden zumeist erst gar keine Siegprämien ausgehandelt. Entsprechend wenig lukrativ kam dann auch die Quote für einen Sieg Englands im WM-Qualifikationsspiel 2009 gegen den Zwergstaat daher: 1:200. Einem Schotten war das egal, er setzte 135 000 Pfund auf einen Erfolg der »Three Lions« und gewann am Ende 675 Pfund. Zitat des Wett­büroleiters: »Ich weiß nicht, was kurioser ist: Dass jemand eine so hohe Summe setzt oder dass ein Schotte auf England tippt!«

10.
Hübscher Spleen in Großbritannien: Geld verwetten, dass der gerade geborene Nachwuchs irgendwann für den Lieblingsklub oder das Nationalteam auflaufen wird, selbst wenn dem Kind im Wochenbett Platt-, Spreiz- und Senkfüße diagnostiziert wurden. Erfolgsmodelle: Ryan Tunnicliffe (Manchester United, Wettgewinn: 10 000 Pfund), Chris Kirkland (England, 19 000 Pfund) und vor allem der Waliser Harry Wilson, dessen Opa 125 000 Pfund einstrich und gleich den Job schmiss. »Ich bin sofort in den Ruhestand gegangen«.