Zehn Dinge über Francesco Totti

Der ewige Stadthalter

Eigentlich kann nur ein Mann den AS Rom vor den übermächtigen Bayern schützen: Italiens Fußball-Ikone Francesco Totti. Zehn Dinge über das Fleisch gewordene Denkmal Roms.

imago images

1.
Mama ist die Beste. Im zarten Alter von 13, Francesco Totti galt längst als Außnahmetalent, sprach der AC Mailand in Rom vor. Das Angebot war fürstlich, doch die Absage kam prompt. Nämlich von Mama Fiorella. Zitat: »Mein Sohn geht nur zur Roma!« Teenager Francesco, damals genannt »Das dicke Baby«, gehorchte.

2.
Schon früh zum Markenzeichen Tottis wurde der gechippte Elfmeter, Kenner würden »Panenka« sagen. Im Halbfinal-Elfmeterschießen gegen Holland bei der EM 2000 legte der Italiener Edwin van der Sar so ein Ei ins Nest. Tottis Vorbild für diese gefeierte Dreistigkeit soll Rudi Völler sein, der sich mit eben solch einem Strafstoß im Derby gegen Lazio 1991 in den Geschichtsbüchern verewigte.


3.
Fast so legendär wie Tottis Ballgefühl ist seine angebliche Blödheit. Eines der vielen Bonmots zu diesem Thema: Wie ihn ein englischer Journalist mal fragte, was er als Römer vom Sprichwort »Carpe Diem« halte. Antwort Totti: »Was soll der Quatsch? Ich kann kein Englisch!« Bereits in Planung: Der 11FREUNDE-Roundtable »Fußballer vs. England«. Neben Totti im Gespräch: Lothar Matthäus (»I hope we have a little bit lucky«) und Roman Weidenfeller (»I think we have a grandios Saison gespielt«).

4.
Wie viel Bauernschläue in ihm steckte, bewies Totti (»Ich habe in meinem Leben nur ein Buch gelesen: ›Der kleine Prinz‹«) 2003, als er ein Buch mit besten Francesco-Totti-Witzen veröffentlichte. Tottis Lieblingsgag: »Die Bibliothek von Totti ist in Flammen aufgegangen, sie enthielt zwei Bücher. Totti verzweifelt: ›Verdammt, das zweite hatte ich noch gar nicht ausgemalt!‹« Witze-Band eins und zwei verkauften sich insgesamt über eine Million Mal, die Erlöse spendete Totti UNICEF.

5.
Auch die glorreiche Karriere des »achten Königs von Rom« (Römer über Totti) ist nicht ohne Makel, gleich mehrfach erschütterte der Offensivspezialist mit aufsehenerregenden Schweinereien. Höhepunkt: Im Gruppenspiel der EM 2004 rotzte Totti dem Dänen Christian Poulsen mitten ins Gesicht, handelte sich eine Drei-Spiele-Sperre und den Zorn des Publikums ein. Poulsen klagte später: »Noch nie bin ich so gedemütigt worden!« Totti entschuldigte sich (»Ich habe mich selbst nicht wieder erkannt«) und bat anschließend öffentlich bei der Heiligen Jungfrau Maria um Vergebung. Deren Antwort liegt der 11FREUNDE-Redaktion trotz mehrmaliger Nachfrage nicht vor.