Würzburg mischt die 2. Liga auf


Hollerbach inszeniert seine Kickers als kleine Nummer

Einmal aber brachte ihn ein Journalist mit einer Frage in die Bredouille. Vor dem Spiel gegen Sechzig München wollte er von ihm wissen, ob ihn Revanchegelüste umtrieben. In der Regionalliga hatte Würzburg nämlich mal gegen die zweite Mannschaft der Löwen verloren. Hollerbach aber antwortete: »Es war ein ganz anderes Spiel auf ganz anderem Niveau. Von damals sind nur noch Wulle und Schoppe dabei.« 

Hollerbach inszeniert seine Kickers als kleine Nummer

Tatsächlich sind Torwart Robert Wulnikowski und Innenverteidiger Clemens Schoppenhauer die einzigen Verbliebenen, die noch immer eine tragende Rolle bei den Kickers inne haben. Hollerbach hat längst aussortiert und aufgerüstet.

Dass er seine Kickers in den Medien trotzdem als kleine Nummer inszeniert und es öffentlich noch immer als Privileg begreift, gegen Klubs wie Nürnberg, Sechzig oder St. Pauli spielen zu dürfen, ist ein kluger Schachzug.

Würzburg kann es mit jedem Gegner aufnehmen

So hält er die Erwartungen in Zaum. Würzburg zählt zwar gewiss nicht zu den Großen im Unterhaus, doch Hollerbach hat längst eine schlagkräftige Mannschaft um sich geschart.

Mit Wulnikowski, Sebastian Neumann, Junior Diaz, Rico Benatelli und Nejmeddin Daghfous haben fünf Leistungsträger bereits im Unterhaus gespielt. Spieler wie Schoppenhauer haben sich unter Hollerbachs Fittiche prächtig entwickelt. Und Tobias Schröck, Peter Kurzweg oder Patrick Weihrauch sind vielversprechende Talente.

So kann es Würzburg in der zweiten Liga mit jedem Gegner aufnehmen. Auch mit dem 1. FC Nürnberg an diesem Freitag im Derby. Trotzdem sagt Hollerbach im Vorfeld beinahe ehrfürchtig: »Die Favoritenrolle könnte nicht eindeutiger sein.« Vom Potenzial her sei der Club »eine Erstliga-Mannschaft – wenn nicht sogar eine internationale«. Und: »Wir können uns mit Nürnberg nicht vergleichen.«