Wolfsburg baut Fußball-Internat

Junge Wölfe gesucht

Die Ligagesetze verlangen, dass mindestens vier Spieler aus der eigenen Jugend stammen - Tendenz steigend. Wer in Zukunft sportlich erfolgreich sein will, muss also verstärkt auf den Nachwuchs setzten. Imago Der VfL Wolfsburg wirbt mit dem nahe liegenden Slogan Werde ein Wolf um Mitglieder im Internet. Der Verein braucht nämlich Geld für das neue Fußballinternat, das für große Ziele steht. Was steckt dahinter? Erstens kommt der Verein den Auflagen der DFL nach, die Bundesligisten zur Errichtung von Leistungszentren verpflichten. Und zweitens wollen die Wölfe in Zukunft gezielt Nachwuchsförderung auf einem hohen Niveau anbieten. Am 01. Juli 2007 soll das Internat eröffnet werden. Heute bereits wurde der Grundstein für die 26 Appartements gelegt, die sich auf einer Gesamtfläche von 2200 Quadratmetern befinden und mit drei Rasenplätzen, einem beheizten Kunstrasenplatz und einem Trainingsparcours ausgestattet werden.

Pünktlich um elf ist Schluss

In der aktuellen Saison, so die Grundlage der Ligalizenzierung, muss der Profikader mit mindestens vier Eigengewächsen aufgestockt werden – 2007 steigt die Zahl auf sechs, 2008 auf acht. Der Leiter des Leistungszentrums Bernhard Janssen ist optimistisch, die Vorgabe erfüllen zu können und setzt dabei auf Professionalität und Disziplin. Das Vollzeitinternat ist kein Hotel, in dem jeder machen kann, was er will.
Strikte Regeln beherrschen den Alltag. Pünktlich um 23 Uhr werden Fernseher und Computer automatisch ausgeschaltet – dann ist absolute Bettruhe. Denn der nächste Tag beginnt mit Schule um halb acht oder alternativ mit einer beruflichen Ausbildung. Nach dem Mittagsessen folgt die erste Trainingseinheit unter der Obhut von Trainern, die alle eine A-Lizenz vorweisen müssen. Die Sache ist ernst. „Die Jugendlichen bekommen in Gesamtheit vorgelebt, was profihaftes Verhalten ist“, sagt VfL-Geschäftsführer Bernd Sudholt.

Deshalb steht neben der fußballerischen Ausbildung auch der charakterliche Feinschliff im Vordergrund. Wer ganz nach oben will, braucht laut Sudholt Disziplin, einen starken Willen und „muss sich quälen können. Talent allein reicht heute nicht mehr, um im bezahlten Fußball bestehen zu können.“ Um einen der freien 26 Plätze zu ergattern und Wolf zu werden, empfiehlt sich zunächst das Ausfüllen eines Formulars, das erstmal zum Probetraining einlädt.

http://www.vfl-wolfsburg.de/index.php?id=7992

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