Wo es keine Winterpause gibt

Spitzenspiel mit Schafsmagen

Keine Lust auf Tannenbaum und Gänsebraten? In immer mehr Ländern wird rund um Weihnachten Fußball gespielt. Hier sind sechs Spiele in sechs verschiedenen Ländern.

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1.
Nikosia, Zypern
22.12., 17 Uhr, Neo GSP
APOEL Nikosia vs. AEK Larnaca
2012 war APOEL die Sensation der Champions-League-Saison, als der Verein aus Zypern mit einem Mini-Etat von 6,5 Millionen Euro ins Viertelfinale einzog. Davon sind sie derzeit weit weg, doch national bleibt APOEL, von seinen Anhängern weihevoll Thryllos (Legende) genannt, das Maß der Dinge.

Um beim Spitzenspiel hautnah die Atmosphäre zu genießen, sollte man sich unter die stets temperamentvollen APOEL-Fans mit ihren markanten orangefarbenen Leibchen mischen. Davor oder danach empfiehlt sich ein zyprischer Mokka im Café Jaja Viktoria, direkt an der Demarkationslinie der einzigen geteilten Hauptstadt Europas.

2.
Beveren, Belgien
26.12., 20 Uhr, Freethiel-Stadion
Waasland-Beveren vs. KSC Lokeren
Am Boxing Day wartet mit dem Waasland-Derby ein belgischer Klassiker der Bodenständigkeit. Lokeren tut sich trotz Ex-Nationalcoach Georges Lekeens an der Bande schwer, beim Gastgeber backt man ohnehin kleine Brötchen, seit sich der Vorgängerverein KSK Beveren an dem Projekt verhob, als Arsenal-Farmklub auf ivorische Talente zu setzen.

Doch just der Abstiegskampf macht das Nachbarschaftstreffen heiß wie Frittenfett. Geneigte können vor dem Anpfiff auf den Spuren Jean-Marie Pfaffs wandeln, der hier einst als Meisterkeeper Geschichte schrieb und einen Sportladen betrieb. Tochter Debby unterhielt später das Solarium Sunset Boulevard.

3.
Edinburgh, Schottland
27.12., 14 Uhr, Tynecastle Stadium
Heart of Midlothian vs. Celtic FC
Ohne die Rangers ist Schottlands Liga meist zur Langeweile verdammt. Umso schöner, dass die nach dem zwischenzeitlichen Abstieg wie Phönix aus der Asche aufgestiegenen Hearts in dieser Saison für etwas Spannung sorgen. Ob mehr daraus wird, muss sich im direkten Aufeinandertreffen mit Tabellenführer Celtic zeigen.

Nachher lässt sich das Match in einem der vielen Pubs in Edinburgh analysieren, vielleicht beim schottischen Nationalgericht Haggis, neeps and tatties (Schafsmagen, Steckrüben und Kartoffeln). Wohl bekomm’s.