Wo Deutsche und Franzosen zusammenspielen

Das grenzt an Freundschaft

An der Grenze zum Elsass und zu Lothringen gibt es viele Vereine, die sich um die deutsch-französische Freundschaft bemühen. Die Gründe dafür sind vielfältig und kurios.

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Von Perl im Saarland bis zu Weil am Rhein in Baden-Württemberg erstreckt sich die Deutsch-Französische Grenze über 448 km entlang des Saarlandes, durch den Pfälzerwald und dann den Rhein in die Richtung Süden bis in die Schweiz. An dieser Grenze entlang finden immer wieder grenzübergreifende Freundschaftsspiele, Altherrenturniere und Spielerwechsel statt. Einige deutsche Amateurvereine bestehen sogar ausschließlich aus Franzosen. Hier kommt eine illustre Auswahl an Beispielen Deutsch-Französischer Fußballfreundschaft.

Vorreiterstellung

SG Habkirchen-Frauenberg, Landesliga

Aufgrund von Spielermangel hatten die Vereine aus Habkirchen (Saarland) und Frauenberg (Lothringen) eine grandiose Idee: Die erste offizielle Spielvereinigung einer deutschen und französischen Mannschaft. Der Klub spielte bis 2014 in der Landesliga Saarland und trug seine Spiele dank einer Sondergenehmigung im lothringischen Frauenberg aus.

Wie Phönix auf der Asche

SC 07 Altenkessel, Landesliga

Der saarländische Verein verfügt im Gegensatz zu seinen Nachbarvereinen über keinen Rasenplatz, weswegen er von deutschen Spielern eher gemieden wird. Franzosen aus dem angrenzenden Lothringen haben dagegen kein Problem, auf Asche zu spielen und so setzt der SC 07 Altenkessel seit nunmehr drei Jahren ausschließlich auf französische Spieler.

Tief im Pfälzerwald

SG Grenzland, ausschließlich Jugend

Da es für die Dörfer im Pfälzer Wald oft schwer ist ganze Jugendmannschaften zu stellen, haben sich die Vereine der Dörfer zu einer etwas größere Spielgemeinschaft zusammengelegt. Diese nennt sich SG Grenzland, hält ihre Trainingslager in Frankreich ab und spielt äußerst regelmäßig gegen Vereine aus dem benachbarten Elsass und Lothringen.

Im Dunkeln vereint

Fortuna Niedaltdorf, Kreisliga

Die Spieler des Französischen Vereins AC Schwerdorff haben ein Problem. Denn wenn im Winter die Tage kürzer werden, können die Franzosen nicht mehr trainieren, da der Verein über keinerlei Flutlichtanlagen verfügt. Doch zum Glück hilft die im Saarland beheimatete Fortuna Niedaltdorf aus. Im Winter teilen sich beide Mannschaften das Trainingsgelände.