Wissenswertes über ManU

Grubenponys und Mormonen

Arroganz pur: Ganz Manchester behauptet, Wolfsburg nicht zu kennen. Die »Evening News« veröffentlichen herablassende Informationen über den deutschen CL-Gegner (»Wolfsburg liegt in Niedersachsen«). Wir schlagen zurück.  Wissenswertes über ManU Manchester Uni-wer? Kein Mensch kennt den Gegner des VfL Wolfsburg, des Weltklubs aus der Nähe von Salzgitter. Wir haben unseren Experten für Randgebiete der Zivilisation ausgesandt, um Informationen einzuholen. Hier sind sie.  

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1.
Manchester United gehört dem amerikanischen Unternehmer Malcolm Glazer. Glazer hat fünf Söhne: Avram, Kevin, Bryan, Joel und Edward. Wenn wir richtig verstanden haben, was »Dallas« und »Denver Clan« uns über die innere Logik amerikanischer Familiendynastien sagen wollten, wird United also über kurz oder lang in fünf Vereine zerfallen.  

2.
Joel Glazer ist schon jetzt Vorstandsvorsitzender von Manchester United. Des weiteren ist er Vize-Präsident des Football-Klubs Tampa Bay Buccaneers. Die »Bucs« blicken auf eine einzigartige Negativserie zurück: Sie konnten 26 Jahre kein Spiel gewinnen, wenn die Temperatur unter 4 Grad Celsius lag. Armin Veh und seine Wolfsburger können also auf den griesgrämigen niedersächsischen Winter hoffen: Wenn Manchester am 8. Dezember zum Rückspiel kommt, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon mal der Vorstandsboss erfrieren. Drei Punkte sollten drin sein. Mindestens.

3.
Tampa Bay war übrigens die erste Station von Steve Young, dem späteren Star-Quarterback der San Francisco 49ers. Besonders bemerkenswert: Steve Young ist ein direkter Nachfahre von Brigham Young, dem zweiten Präsidenten und Propheten der »Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage«, kurz: Mormonen. Mormone ist auch Schalkes ehemaliger Manager Andreas Müller, als dessen Nachfolger nun der ehemalige Wolfsburger Felix Magath fungiert. Das kann kein Zufall sein. Oder etwa doch? Wir sagen: Vielleicht!

4. 
Apropos Schalke: Auch Manchester United hat eine Vergangenheit »unter Tage«. Billy Meredith, Dribbelkönig um 1900 (rechts im Bild), war gelernter Kumpel. Er wuchs im Nordosten von Wales in Black Park, in der Stadt Chirk, auf und arbeitete später im dortigen Steinkohlebergbau als Führer eines Grubenponys (»pit pony«).

5. 
Meredith nahm mit seiner künstlerischen Spielweise George Best und Ryan Giggs vorweg. Charakterlich ist er eher mit Eric Cantona, dem großen Zampano der Neunziger, zu vergleichen: Er spielte stets mit einem Zahnstocher im Mundwinkel.  

6.
Uneingeschränkt geliebt wird Meredith im »Old Trafford« jedoch nicht: Er spielte jahrelang für den Erzfeind Manchester City. Dorthin ging im Sommer auch Angreifer Carlos Tevez. Freunde machte er sich damit nicht. Ausgerechnet das Beschimpfungsportal »The Spoiler« lenkte ein: »Wie kann man jemandem böse sein, der so schön tanzen kann?«



7.
Citizens-Trainer Mark Hughes spielte einst ebenfalls für United. Seit dieser Zeit trägt er den Spitznamen »Sparky«. »Sparky« wird auch der elektrische Stuhl genannt. Und wo? In Florida, der Heimat der Tampa Bay Buccaneers. Wahnsinn.

8.
Und jetzt kommt's: Auch die Death-Metal-Band »Obituary« kommt aus Tampa Bay. Gibt man nun die Begriffe »Obituary« und »Wolfsburg« bei Google ein, findet man Folgendes:

»Death Metal Band sucht Gitarrist und Bassist!

Wir suchen einen Bassisten und 2. Gitarristen (14-17 J.) für unsere Death Metal Band im Stil von Obituary im Raum Wolfsburg. Proberaum vorhanden! «


9.
Möglicherweise hat sich aufgrund dieser Annonce die Wolfsburger Combo »Revolt« gegründet. Deren Frontmann Manuel Baumstark (sic!) sagte unlängst: »Bei unseren Titeln wird der VfL wach und der Gegner eingeschüchtert!« Dass das sogar stimmen könnte, beweist ein Blick auf die Liste der Schmusemusiker, die aus Manchester stammen: Take That, Bee Gees, 10CC, Barcley James Harvest, M People, Simply Red – und Freddie and the Dreamers, deren Sänger aussieht wie der junge Felix Magath. Auch das kann kein Zufall sein. Oder jedenfalls nur zum Teil.

 
10.
Dreamers-Frontmann Freddie Garrity starb am 19. Mai 2006, dem Tag, als Uli Borowka 44 wurde. Der Uli Borowka, der Anfang der Achtziger mit Wolfsburgs heutigem Trainer Armin Veh in Gladbach kickte. Keine weiteren Fragen. 
 

Hier geht es zu den »10 facts about Wolfsburg« der »Manchester Evening News«.