Wird Mainz 05 bald der Vereinsstatus aberkannt?

Ausgliederschmerzen

Das Amtsgericht droht dem FSV Mainz 05 mit der Streichung aus dem Vereinsregister. Warum eigentlich?

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Es ist seit einigen Jahren Dauerthema beim FSV Mainz 05: ausgliedern oder nicht ausgliedern? Nun ist es das Mainzer Amtsgericht, welches das leidige Thema in der Rheinland-Pfälzischen Landeshauptstadt so richtig aufkochen lässt. Dieses droht dem Verein nämlich mit dem Entzug des Vereinsstatus, wenn die Mainzer bis 15. November 2018 keinen Ausgliederungsplan vorlegen. Zur geforderten Ausgliederung äußerte sich FSV-Vorstandsvorsitzender Stefan Hofmann im Rahmen einer Mitgliederversammlung am Montag: »Die Position des Vereins ist eindeutig: Es gibt keinerlei Grund dazu. Diese Position wird gestützt von juristischen Aussagen und Urteilen.«

Weiterhin beziehen sich die Mainzer auf andere Bundesligisten, die ebenfalls noch nicht ausgegliedert haben, beziehungsweise keine Bestrebungen zeigen, in nächster Zeit ihren Verein Umstrukturierungen auszusetzen. Mit dem FC Schalke 04, dem SC Freiburg, Fortuna Düsseldorf und Mainz 05 gibt es stand jetzt in der Bundesliga noch vier Vereine, die ihre Profimannschaft nicht ausgegliedert haben. Und besonders die Vereinsführung der Mainzer sei bereit, »rechtstaatliche und politische Mittel zu wählen, um eine Ausgliederung zu verhindern«, so Aufsichtsratschef Detlev Höhne am Montag.

Wieso aber droht das Amtsgericht dem FSV Mainz 05 überhaupt?

Vereine sind in der Regel ehrenamtlich, gemeinnützig und nichtwirtschaftlich. Drei Eigenschaften, die der gemeine Bundesliga-Konsument keinem Erstligisten mehr unterstellen würde. Wo auf der einen Seite Fans befürchten, eine Ausgliederung sei der Anfang vom Ende, weist der Gesetzgeber darauf hin, dass sich ein Verein eigentlich nur in sehr geringem Maße überhaupt wirtschaftlich betätigen dürfe. Eine solche wirtschaftliche Betätigung müsse zudem dem ideellen Hauptzweck funktional untergeordnet sein. Das beste Beispiel hierfür: Bierstände, Würstchenbuden und Vereinskneipen im Amateurfußball.

Der FSV Mainz 05 hat dieses Jahr allerdings einen Rekordumsatz von 114,1 Millionen Euro verkündet. Das klingt alles andere als ehrenamtlich, gemeinnützig und nichtwirtschaftlich. Die FSV-Verantwortlichen ließen verlautbaren, in der Sache Unterstützung von DFL und DFB zu erwarten. Wie es mit dem Vereinsstatus der Mainzer weitergeht, wird sich frühestens am 15. November zeigen.