Wir haben den Podolski-Döner probiert

Döner ist nicht gleich Döner

Ohne Projekte wie dieses wäre dem Ex-Nationalspieler schnell langweilig: »Andere packen nach dem Training ihre Golftasche und hängen den ganzen Tag am Golfplatz herum. Ich verkaufe dafür Eis, Döner, Klamotten, habe Spaß dabei und jeder hat etwas davon.«

Und wo Podolski drauf steht, da ist auch Podolski drin. »Ich stehe zu 100 Prozent hinter dem Projekt und bringe mich ein, wo ich kann. Ich will informiert sein und das Projekt weiterentwickeln. Ich gebe immer Vollgas«, betont er. Er beteiligte sich an dem Konzept, der Marke, dem Produkt und dem Design. Und er hat Ansprüche.

Podolski legt besonders viel Wert auf ein qualitativ hochwertiges Produkt. Wenn man nicht gerade um 7:00 Uhr morgens aus dem Late-Night-Club gestolpert kommt, ist Döner schließlich nicht gleich Döner. So wird der Dönerspieß hier selbst gemacht, das Brot in eigener Backstube frisch gebacken. Industrielle Produkte, tiefgekühlt vom Großhandel geliefert, kommen hier nicht ins Sandwich. Ein Merkmal, das bereits in Podolskis Eisdiele, seit Sommer 2017 im Betrieb, deutlich wurde. Kein Mainstream, stattdessen Kreativität, Eigenkreation und Engagement. Gerade beim schnelllebigen Kebap-Geschäft ist das von Nöten, die Konkurrenz ist schließlich nur einen Zebrastreifen entfernt.

Genuss für fairen Preis 

Und, was soll man sagen: Podolski hat es geschafft. Der Döner schmeckt fantastisch. Das Brot, außen kross, innen fluffig. Das Fleisch, wunderbar gewürzt, schön scharf. Der Salat knackig. Erstaunlich, was ein bisschen Minze im Tomaten-Gurken-Salat und ein Spritzer Zitronensaft bewirken können. Jegliche kritische Distanz geht da schnell mal verloren. Und ein eigentlich objektiv gedachter Artikel wird urplötzlich zum Marketingtext. 

Gebratenes Gemüse wie Auberginen, Zucchini und Paprika stehen ebenfalls zur Verfügung, verfeinern das Angebot und unterstreichen das Alleinstellungsmerkmal. Denn wer dachte, das Potential des Döners sei mit Zwiebel, (Kraut)Salat und Sauce ausgeschöpft, der irrt sich gewaltig. 

4,50 Euro kostet die großzügige Portion. Jedem Studenten, dem nun vor Schreck der Kochlöffel in den Nudeltopf gefallen ist, dem sei gesagt: Es ist ein vollkommen angemessener und fairer Preis, berücksichtigt man die Qualität und die Konkurrenz in Köln, die auf der Preisleiter mittlerweile zum Teil auf fünf Euro geklettert ist.

Vom Straßenkicker für Straßenkicker

Die wartende Meute vor der Tür interessiert der Preis sowieso am wenigsten. Um 16.10 Uhr ist es endlich soweit: Podolski setzt sein schönstes Poldi-Lächeln auf und reißt das Papier von der Fensterscheibe. Knapp 1.000 Menschen, die sehnsüchtig auf ihren Prinzen gewartet haben, lächeln zurück, jubeln, kreischen.

Die ersten Gäste bekommen ihren Döner von ihrem Helden persönlich überreicht. Mädchen mit Schnappatmung weinen und machen diese fächernde Handbewegung vor ihrem Gesicht, Jungs in Jogginghosen strahlen über beide Ohren. Straßenkicker trifft Straßenkicker.

Während der Essensausgabe nimmt sich Podolski über eine Stunde Zeit für seine Fans, schreibt fleißig Autogramme und macht Fotos, wie immer gut gelaunt und volksnah, so groß das Gedränge auch ist. Er ist und bleibt ein Star zum Anfassen. Und was er wiederum anfasst, das wird in Köln zu Gold. Ganz ohne bunte Luftballons und knallgelbe Buchstaben.

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