Wir haben den Podolski-Döner probiert

Außen kross, innen fluffig

Lukas Podolski ist ein Tausendsassa. Sein neuestes Projekt: Ein Dönerladen mitten in Köln. Warum macht er das? Und, viel wichtiger: Wie schmeckt das? Eine Stilkritik - mit Salat komplett. 

Lukas Mengeler

Wenn in Köln ein neuer Dönerladen eröffnet, kräht kein Hahn danach. Am Eröffnungstag hängen vielleicht ein paar bunte Luftballons an der Markise. Auf den Fensterscheiben steht in knallgelben Buchstaben »Neueröffnung« geschrieben. »Aktionspreis: 2,99€!« Anwohnern fällt das neue Lokal auf, manche freuen sich vielleicht kurz, denken sich: Hey super, endlich muss ich die Straßenseite nicht mehr wechseln.

Sobald die Luftballons und die Aufkleber aber entfernt sind und sich der Laden in die lange Riege an Dönerläden in Köln einreiht, vergessen alle, wie lange das Etablissement überhaupt schon existiert. Oder gab es den Laden nicht schon immer?

Nicht so bei der Eröffnung von »Mangal Döner«. An der Markise des äußerlich unscheinbaren und kleinen Lokals, flankiert von Bäcker und Supermarkt, hängen keine bunten Luftballons, auch keine knallgelben Buchstaben. Stattdessen die schlichten Initialen »LP« und eine als Potenzzahl geschriebene 10. Und schon ist alles anders.

Köln folgt seinem Prinzen

Nach seinem Modehaus »Strassenkicker«, inklusive eigenem Label, und einer Eisdiele, ist das Dönerfenster am traditionsreichen Chlodwigplatz in der belebten Südstadt bereits die dritte Anlaufstelle für all diejenige, die den Geist von Lukas Podolski, nach wie vor Kölns Lieblingssohn, spüren wollen. Zählt man den Effzeh dazu, der ja auch irgendwie immer ein bisschen Poldi sein wird, sind es sogar vier.

Zur Eröffnung seines neuen Projekts hat der Prinz persönlich gerufen. Und sein Volk ist gekommen. Schon Stunden vor der offiziellen Eröffnung blockiert eine 50 Meter lange Schlange den Eingang des bemitleidenswerten Supermarkts nebenan. Die ersten zehn Fans in der Pole Position, Teenies, Typ Bravo-Sport-Leser, stehen seit 12:00 Uhr hier. Startschuss ist um 16:00 Uhr. Sie singen kölsche Lieder als Zeitvertreib und stehen sich geduldig die Füße in den Bauch.

Döner als Wegbegleiter

Denn bevor er sich seinen treuen Fans hingibt, lädt Podolski zum Pressegespräch. Warum Döner? »Ein Fünf-Sterne-Restaurant passt nicht zu mir. Ich bin kein Anzugträger«, schmunzelt er. »Der Döner begleitet mich dagegen schon mein Leben lang.« Er trägt Jogginghose und Kapuzensweater. Straßenkicker trifft Dönerspieß.

Nicht zu vernachlässigen ist seine Leidenschaft für die türkische Kultur und ihrer kulinarischen Spezialitäten, die durch seine Zeit bei Galatasaray geprägt wurde. Und die Tatsache, dass Podolski das schafft, wovon unsereins nur träumen kann: Er sieht beim Döneressen richtig gut aus. Keine von Joghurtsoße getränkte Nase nach dem beherzten Biss in die üppige Mahlzeit. Kein Krautsalat, der aus dem Mundwinkel lugt und wie eine Spaghetti eingesogen werden muss. 

Klar, der Döner ist eine wunderbare Erfindung. Aber seien wir ehrlich: Er ist weder appetitlich, noch verzehrfreundlich. Doch Poldi wirkt mit Döner im Mund wie mit dem Ball am Fuß: Lässig, stilecht, cool, sexy. Das alles zusammengefasst erklärt die »spontane Idee«, zusammen mit den türkischen Brüdern Salih und Metin Dag, zwei in Köln bekannten und erfahrenen Restaurantbesitzer, Podolskis Faible in einem neuen Lokal umzusetzen.