Wir bewerben uns als Nationaltrainer Kameruns

»Mit allen Abwassern gewaschen«

Der kamerunische Verband sucht per Stellenausschreibung nach einem neuen Nationaltrainer. Diese Chance müssen wir am Schopfe packen.

imago



Sebastian Leisgang
11FREUNDE

Bewerbung als Erfolgstrainer Kameruns

Betreff: Die öffentliche Stellenausschreibung auf Ihrer Internetseite unter http://www.fecafoot-officiel.com/?p=5139

Liebe Fédération Camerounaise de Football,

hiermit melde ich mich auf die Stellenausschreibung auf Ihrer Internetseite für den Posten als Nationaltrainer Kameruns. Ich hatte auf Anhieb vom Feeling her ein gutes Gefühl. Im Geiste unseres großen deutschen Fußballkaisers würde ich sofort blind unterschreiben. Alles. Egal, was sie mir hinlegen.

Mit mir würden Sie einen echten Glücksgriff machen. Ich bin mit allen Abwassern gewaschen, belastbarer als Reiner Calmunds Schreibtischstuhl und so pünktlich wie Ailton nach dem Heimaturlaub. Ich bringe nicht nur die geforderten Word-, PowerPoint- und Excel-Kenntnisse mit, sondern kann auch mit Photoshop umgehen. Das kann sicherlich nicht schaden, um im Notfall den ein oder anderen Spielerpass etwas anzupassen. Hierzulande wurde ich bei einer Urkundenfälschung zwar erwischt, allerdings kam ich wegen guter Führung vorzeitig frei. Ich bringe also auch durchaus die von Ihnen geforderten Führungsqualitäten mit. Als Kind habe ich sogar Tagebuch geführt. Zählt das?

Das von Ihnen gewünschte Trainingskonzept bis zur WM 2018 ist aus meiner Sicht Schnee von morgen. Ich kann mich auf eine illustre deutsche Trainerhistorie berufen, aus der ich das Beste zusammenführe: Ich werde jeden Spieler jeden Tag ein bisschen besser machen, wenn erforderlich einen Hügel aufschütten und das Trinkwasser rationieren lassen, Tausendmarkscheine an die Kabinentür nageln (sollten Sie in Kamerun mit Mark zahlen), gegnerische Spieler per Kopfnuss niederstrecken und das Über-glühende-Kohlen-Laufen zum Herzstück einer jeden Trainingseinheit machen. Nur auf Haarproben würde ich gerne verzichten, auch wenn ich freilich ein absolut reines Gewissen habe. Ein weiterer Vorzug, den ich als Deutscher mitbringe, und der mit Blick auf die WM 2018 nicht unerheblich ist: das Karma, alle vier Elfmeterschießen bei einer WM gewonnen zu haben. Mein Versprechen: Wenn andere die Hosen voll haben, wird es bei uns ganz flüssig laufen.

In Sachen Gehalt bin ich recht bescheiden. Es sollte aber schon etwa ein Drittel von dem sein, was Volker Finke verdient hat – besser noch ein Viertel. Das wäre schön.

Dass ich den Anforderungen des Jobs gerecht werde, ist eine Tatsache, die nicht der Wahrheit entspricht. Oder wie Rudi Völler vor kurzem dazu sagte: Wenn Sie mich nicht einstellen, haben Sie den Fußball nie geliebt.

Ich habe fertig,
The most appropriate one

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