Wieso Mainz gegen Köln verlor

Kein Champions-League-Niveau

Frei hingegen ist ein wesentlich vorwärtsgerichteter Spielertyp. Er kommt weniger über sein Raumgefühl, sondern stärker über seine Dynamik. Damit ist sein Profil recht ähnlich zu Julian Baumgartlinger, beide Spieler ergänzen sich kaum. Darum wurde in der Folge das defensive Mittelfeld zum Schwachpunkt der Mainzer.

Kölner attackieren Schwachstelle

Stöger erkannte die Schwachstelle. Er hatte nach der Pause zunächst auf ein 4-1-4-1 umgestellt, passte sein System nach der Latza-Auswechslung aber erneut an. Er ließ seine Mannschaft im 4-4-2 spielen, wobei die beiden Außenstürmer gelernte Mittelfeldspieler waren. Praktisch agierte Köln jetzt mit einer Doppelzehn vor einer Doppelsechs, für die Breite waren die Außenverteidiger zuständig.

Stögers Idee: Seine Mannschaft sollte das Zentrum überladen und dort die Mainzer Schwächen ausnutzen. Das war riskant, schließlich sicherte man die Flügel kaum mehr ab.

Da Mainz nun jedoch müde wirkte, ging die Strategie auf. Köln erlangte die Hoheit über das Mittelfeld und fuhr Angriff um Angriff. Das 3:2 war nach Chancen letztlich hochverdient.

Kein Champions-League-Niveau

Hier zeigt sich auch jene Mainzer Schwäche, die ihnen letztlich Europa kosten könnte: Sie beherrschen nicht die hohe Kunst, ein Spiel komplett zu dominieren.

Offensiv fehlen ihnen die Strukturen im Ballbesitzspiel, defensiv das leitende Element im Pressing, psychologisch die abschreckende Wirkung auf den Gegner. Wenn der Gegner einen guten Tag erwischt, wird aus einem 2:0 schon einmal ein 2:3. Das ist letztlich kein Champions-League-Niveau.