Wieso ein Argentinier auf dem Höhepunkt seiner Karriere abtreten will

Der Trauerkloß

José Luis Gómez begeht im Finale der Copa Liberatadores einen schwerwiegenden Fehler. Sein Team, CA Lanús, verliert. Unmittelbar nach dem Spiel tritt Gómez vor die Mikrofone: Er will seine Karriere beenden – mit 24 Jahren.

imago

Rückspiel im Finale der Copa Libertadores: Den Titel der südamerikanischen Champions League machen in diesem Jahr der argentinische Klub Club Atlético Lanús und Brasiliens Grêmio Porto Alegre unter sich aus. Das Hinspiel gewann Grêmio mit 1:0. Nun muss Lanús unbedingt gewinnen. Von Beginn an machen die Argentinier mächtig Druck. In der 27. Minute bekommen sie einen Freistoß aus dem Halbfeld – und dann passiert es.

Marcel Grohe, der deutsch-brasilianische Keeper von Porto Alegro, faustet den Ball aus der Gefahrenzone. Die Situation ist geklärt. Lanús kommt erneut in Ballbesitz und versucht den Neuaufbau. Letzter Mann ist José Luis Gómez. Der Rechtsverteidiger erläuft einen eigentlich zu kurzen Rückpass, doch statt den Ball zu klären, spielt er den Ball genau in die Füße von Gremio-Angreifer Fernandinho.

Ein Fehler mit Folgen
Rund 40 Meter vor dem gegnerischen Tor sprintet der Stürmer los. Und der Brasilianer ist nicht mehr einzuholen. Gómes sprintet um sein Leben. Man sieht ihm an, dass er den Ball unbedingt zurück gewinnen will. Doch es gelingt ihm nicht. Fernandinho schließt am Sechzehner ab und schweißt den Ball unhaltbar ins Tor. Das 1:0 für Grêmio. Es ist die Vorentscheidung um den Titel.

Am Ende verliert Lanús das Spiel mit 1:2. Porto Alegro, mit dem Ex-Kölner Pedro Geromel als Kapitän und dem ehemaligen BVB-Knipser Lucas Barrios im Angriff, gewinnt zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte den wichtigsten Pokal Südamerikas. Abseits des Trubels will ein Spieler einfach nur im argentinischen Boden versinken: José Luis Gomés macht sich und seinen Fehler für die Niederlage verantwortlich. Er ist untröstlich.