Wieso die Niederlage der Bayern nichts am Saisonverlauf ändern wird

Nicht symptomatisch

Die Bayern verlieren gegen Mönchengladbach. Fünf Gründe, wie es dazu kam – und wieso man trotzdem nicht auf ein spannendes Meisterrennen hoffen sollte.

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Wer hätte das gedacht? Auch unter Jupp Heynckes können die Bayern Fußballspiele verlieren. Borussia Mönchengladbach besiegte die scheinbar unbesiegbaren Bayern mit 2:1. Gibt es plötzlich einen Weg, der Dominanz der Bayern Herr zu werden? Ist das der Beginn eines spannenden Meisterschaftsrennen? Nicht wirklich. Unsere fünf Thesen zum Spiel erklären, warum die Bayern selbst dann gut sind, wenn sie schlecht spielen – und wieso nicht jedes Team das schaffen kann, was Mönchengladbach gelungen ist.

1. Bayern kann auch ohne Außenstürmer
Es war eine unorthodoxe Aufstellung, mit der Jupp Heynckes das Spiel anging. Aufgrund der Verletzungen von Franck Ribery und Arjen Robben und der Schonung von Kingsley Coman (kam nach der Pause) liefen die Bayern zunächst ohne gelernten Außenstürmer auf. Alle fünf Mittelfeldspieler fühlen sich normalerweise eher im Zentrum wohl. Die nominellen Außenstürmer Corentin Tolisso und James Rodriguez zogen dementsprechend häufig in die Mitte.

Das war auch deshalb ungewohnt, weil die Außenstürmer in diesem Jahrzehnt stets das Herz des Münchener Spiels waren. In dieser Partie jedoch mussten die Außenverteidiger die Flügel besetzen, die Außenstürmer versuchten hingegen, sich zwischen die gegnerischen Linien zu stehlen. Ein interessanter Kniff von Heynckes, mit dem er auf die aktuellen Personalsorgen reagierte.

2. Gladbacher verschieben präzise wie Roboter
Der Münchener Versuch, die einrückenden Außenstürmer in den Halbräumen anzuspielen, ging zu selten auf. Schuld daran war vor allem die starke Gladbacher Defensive. Dieter Hecking stellte seine Mannschaft im klassischen Gladbacher 4-4-2 auf. Die Stürmer arbeiteten weit nach hinten mit, verteidigten direkt vor den kompakt stehenden Viererketten.

Die Gladbacher verteidigten auf sehr engem Raum. So verhinderten sie, dass die Münchener ins Zentrum gelangen konnten. Nur vereinzelt verließen die Gladbacher ihr enges 4-4-2-Konstrukt, um zu einem aggressiven Pressing überzugehen. Sie provozierten damit, dass die Bayern bereits den ersten Pass auf die Flügel herausspielen mussten. Gladbach verhinderte, dass die Münchener Taktik aufging.