Wie Xavi einen katarischen Millionengewinn abräumte

Was für ein Zufall!

Jährlich lobt eine katarische Bank unter allen Sparern einen Millionenpreis aus. Jetzt gewann, ausgerechnet, Spaniens Nationalheld Xavi.

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Lottogewinne sind, wenn es sich nicht gerade um drei mickrige Richtige und um die Auszahlung von 8,40 Euro handelt, was immerhin auch dreieinhalb Bier sind, eigentlich sehr schön. Manch einer kauft sich ein neues Auto, ein anderer ein neues Eigenheim, und die größten Glückspilze gleich ein neues Leben. Mit alldem konnte ein kaufmännischer Angestellter aus Dortmund 2010 nicht viel anfangen. Nein, er fürchtete sich sogar vor seinem Millionengewinn, der ihm nach sechs Richtigen im Spiel »6 aus 49« eigentlich zustand. Erst kurz vor Ablauf der Frist meldete sich der Gewinner dann doch noch, wenn auch zögerlich. Er lebe ja bereits in geordneten Verhältnissen, habe bereits ein Auto und ein Haus und brauche ganz bestimmt kein neues Leben, sagte er. Nach reiflicher Überlegung würde er die 9,1 Millionen Euro dann aber doch annehmen.

Ob der Dortmunder ein Risiko einging? Sich vom schnellen Geld verlocken ließ? Noch eine, vielleicht ja schönere Frau an seiner Seite brauchte? Weder noch und überhaupt nicht. Er spendete den kompletten Reingewinn an eine Stiftung im sozialen Bereich.

Kein bedürftiges Land

Nun sind in Katar nur die Wenigsten, sofern es sich nicht um menschenunwürdig behandelte Arbeiter von WM-Stadien handelt, wirklich bedürftig. Katar weist mit einem Bruttoinlandsprodukt von 64.446 Euro sogar eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt auf. Und auch Hilfsbedürftige erhalten größtenteils feste Bezüge und eine gute medizinische Versorgung. Trotzdem sind die 1 Millionen Katar Riyal (umgerechnet etwa 270.000 Euro), die die katarische Doha Bank als Hauptpreis unter all ihren Sparern auslobt, jährlich gern gesehen.

Und genau an dieser Stelle hat der Zufall dem Leben ein Schnippchen geschlagen. Denn vor ziemlich genau einem Jahr hatte Xavi, Welt- und Europameister, Champions-League-Sieger und spanischer Meister, an manchen Tagen Weltfußballer und an besseren Tagen nicht einmal mehr von dieser Welt, mittlerweile seine Frühpension in Katar genießend, ganz genau dieser Xavi, ein Konto bei der Doha Bank einrichten lassen.

Und plötzlich: Xavi

Und daran wurden die Bankiers nach einem Jahr erinnert, als die Ziehung des jährlichen Millionengewinners anstand und nach wenigen Sekunden sowie unter dem rhythmischen Klatschen der hoffnungsvollen Schaulustigen ein Name an der Leinwand prangerte. Xavier Hernandez Creus - kurz: Xavi. (ab Minute 41:30)



Ob es dem Spanier selbst unangenehm war, ist nicht bekannt. Immerhin schaute der 37-Jährige, der den Preis tagsdarauf in kurzer Jeanshose entgegennahm, lächelnd in die Kamera und erklärte: »Ich bin Kunde der Doha Bank, seitdem ich herausfand, wie sie ihre Kunden zum Sparen motiviert.« Denn nicht nur der jährliche Millionenbetrag wird ausgezahlt, sondern auch monatliche Sofortgewinne und ein kleinerer Preis für einen jungen Sparer winken denen, die ein Konto eröffnen.

Auto? Haus? Leben?

Wie Xavi den Gewinn nutzen wird, dazu sagte er nicht. Vielleicht kauft er sich ein neues Auto, oder ein neues Apartment. Vielleicht spendet er alles einer Stiftung. Angst vor dem Gewinn muss Xavi bei diesem, in Relation gesehen kleinen Betrag aber nicht haben. Es wird sein Leben wohl nicht mehr auf den Kopf stellen.

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