Wie Werder gegen Hertha ein 1:3 aufholte

Bremer Chaostage

Sechs Tore und zwei Spielsysteme, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Werder gegen Hertha in der 11FREUNDE-Analyse.

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Werder Bremen und Hertha BSC – es könnte kaum zwei unterschiedlichere Klubs geben in dieser Bundesliga-Saison. Auf der einen Seite die Hertha, die jahrelang ein Dasein als Fahrstuhlmannschaft und graue Maus fristete und nun ganz oben in der Tabelle steht. Auf der anderen Seite der frühere Champions-League-Dauergast Bremen, dieses Jahr verstrickt im Abstiegskampf.

Hertha strukturiert, Werder improvisiert

Auch auf dem Platz verkörpern die beiden Teams durchaus Gegensätze. Hertha steht für eine sehr strukturierte Spielweise. Die Mechanismen sind fein abgestimmt. Im Vordergrund steht die Stabilität. Werder hingegen setzt mehr auf Improvisation, auf Chaos – wie auch ein Blick auf die Anzahl der Gegentore zeigt. Werder kassierte 15 Gegentreffer mehr als die Hertha.

Victor Skripnik versuchte in den vergangenen Wochen, genau an diesem Problem anzusetzen. Er stellte seine Mannschaft auf ein 4-4-2-System um. Die beiden Stürmer sollen innerhalb dieses Systems von den Außenstürmern gefüttert werden. Werder möchte mit diesem System offensive Durchschlagskraft mit defensiver Stabilität paaren. Die beiden Viererketten sollen Bremen mehr Zugriff in der Defensive bringen.

Gutes altes Berliner Umschaltspiel

Hertha spielte erneut in ihrem typischen Mix aus 4-4-1-1 und 4-3-3. Vladimir Darida spielte erneut seine Mischrolle aus Angreifer im Pressing und Mittelfeldspieler bei gegnerischem Ballbesitz. Erneut überzeugte Berlin in der Anfangsphase mit einer hohen Ballsicherheit. Offensive Durchschlagskraft fehlte, dazu rückten die Berliner zu zaghaft auf.

Hertha fokussierte in der Folge das Umschaltspiel. Bremen rückte bei Ballbesitz aggressiver auf. Die Außenverteidiger sowie Mittelfeld-Mann Zlatko Junuzovic schoben weit nach vorne. Gerade im Mittelfeld taten sich Lücken auf, die Hertha bespielte. Das 1:0 leiteten sie durch einen schnellen Angriff durch das Zentrum ein, das 2:0 fiel nach einem Standard.