Wie und wo ihr alle Spiele der Bundesligen gucken könnt

Exklusiv auf Al-Jazeera Nitro

Der Spieltag ist zerstückelt, die Abos zu teuer? Paperlapapp. Ihr müsst nur wissen, was wann wo läuft. 11FREUNDE klärt auf. 

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Klare Sache: Die Bundesliga ist ein Premium-Produkt. Ein spannender und ausgeglichener Titelk…, äh, Abstiegskampf. Aufregende, die Massen elektrisierende Vereine von Hoffenheim über Wolfsburg bis ins österreichische Fuschl, außerdem die in die Liga integrierte Comedy-Performance-Kunst des HSV – Kein Wunder, dass sich die TV-Anstalten um die Übertragungsrechte geprügelt haben. Aber was läuft nun wann und wo? Keine Sorge, die Dinge sind gar nicht so kompliziert. 

Zunächst die gute Nachricht: Die Mehrheit der Spiele wird nach wie vor bei »Sky« übertragen. Neu sind fünf Montagsspiele sowie ein neuer Slot für Sonntagsspiele um 13:30 Uhr, weil hey, warum eigentlich nicht? Sämliche Freitagsspiele sowie oben genannte Montags- und fünf Sonntagspartien kann man auf »Eurosport« verfolgen, heißt es zumindest. Mit den Gastronomen hat sich »Eurosport« allerdings noch nicht geeinigt, daher kann man die Partien bislang nur auf einem Decoder, dem »Eurosport Player« empfangen, weil zuhause auf einem ruckeligen Stream Fußball gucken ja sowieso geiler ist als mit Freunden in der Kneipe. 

Chapeau, RTL Nitro

Immerhin: Die »Sportschau« bleibt unangetastet, wer aber nicht bis 18 Uhr warten kann, kann bei »DAZN« die Spiele 40 Minuten nach Abpfiff online in der Zusammenfassung sehen. Die Dritten Programme zeigen eine Zusammenfassung der Sonntagsspiele, montags allerdings hat sich »RTL Nitro« die Rechte gesichert, ein Sender, den wir bis zur Recherche für diesen Text noch gar nicht kannten. Der aber immerhin eine Komplettzusammenfassung des Spieltags zeigt. Chapeau.

Damit die Dritten Programme bei den Montagsspielen nicht leer ausgehen, bekommen sie die Übertragungsrechte der »Bundesliga Classics«-Serie von »Sport1«. Im Gegenzug verpflichten sich die Dritten Programme, Sondersendungen zum FC Bayern ins Programm zu integrieren und die Züge aus »Deutschlands schönste Bahnstrecken« an den Bundesligastadien vorbeifahren zu lassen. »Sat1 Gold« räumt unterdessen den Matlock-Sendeplatz frei, um Dienstags so gegen Mitternacht die Zusammenfassungen der RTL-Nitro-Zusammefassungen zu zeigen (exklusiv). Diese sind jedoch nicht frei empfangbar, sondern müssen durch die Bestellung einer Amigos-Best-Of-CD-Box freigeschaltet werden. 

Per Fernmikro aus den Stadiontoiletten

286 der 306 Zweitligaspiele kann man in der kommenden Saison ganz bequem auf seiner Smartwatch empfangen. Nur auf der Smartwatch. Verantwortlich dafür ist ein Sponsoring-Deal der DFL mit dem chinesischen Smartphone-Giganten 手机制造商, der frisches Geld ins klamme Unterhaus pumpen soll. Wegen der No Single Buyer Rule kann der geneigte Fan die übrigen 20 Spiele bei »Al-Jazeera Nitro« sehen, ein Sender, der kurz vor der Gründung steht. Wobei »sehen« nicht stimmt, denn die Rechte von »AJN« umfassen keine Bild-, sondern nur Tonrechte. Zudem dürfen sich die Reporter wegen eines laufenden Rechtsstreits nicht im Innenraum der Stadien aufhalten und übertragen daher per Fernmikro aus den Stadiontoiletten. 

Bleiben die Zusammenfassungen der Spiele. Nach einer aufwändigen Marktforschungsoffensive ist »Sport1« zu dem Entschluss gekommen, dass der Sender zu wenig »Storage Wars« und Call-in-Shows zeigt. Die Zweite Liga wird zukünftig also in einer sechsstündigen »Storage Wars«-Sondersendung präsentiert, in denen die Teilnehmer Trikots deutscher Zweitligisten tragen. In der anschließenden Call-in-Show muss der Zuschauer die Ergebnisse raten. Ein chinesiches Knock-off von Werner Hansch moderiert launig durch den Abend.

Monatlich mindestens 1800 Euro 

Gute Nachrichten gibt es auch aus der Dritten Liga. Durch den neuen Sponsoring-Deal konnte ein Gleichbleiben der Anstoßzeiten garantiert werden. Die Spiele werden frei empfangbar auf der Bwin-Homepage zu sehen sein, für jeden registrierten Kunden, der monatlich mindestens 1800 Euro umsetzt. Gegen eine vom Arzt attestierte vorgelegte Spielsucht-Bescheinigung kann der Mindestbetrag sogar halbiert werden. Da Hansa Rostock mit »Sunmaker« bereits einen eigenen Sponsor aus dem Glücksspielgewerbe hat, dürfen Hansa-Spiele zusätzlich auf digitalen Spielautomat-Walzen übertragen werden, zwischen der Glocke und der Sieben. 

Ansonsten bliebe noch die Möglichkeit, diesen ganzen Wahnsinn nicht mitzumachen und ins Stadion oder zum Dorfklub nebenan zu gehen.