Wie teuer ist mein Verein?

Wurst auf Bier, das rat ich dir

Ein anderes Feld sind die Ticketpreise, was in der Vergangenheit bereits zu Boykotten in deutschen Stadien führte. Anfang Juni drohte die aktive Fanszene des SC Paderborn dem Vorstand, aufgrund der Erhöhung von Dauerkartenpreisen keine weiteren Heimspiele mehr zu besuchen. Im Februar 2016 starteten Fans von Borussia Dortmund einen Aufruf, das Pokalspiel beim VfB Stuttgart nicht zu besuchen. Der VfB verlangte einen Topspiel-Zuschlag, der in der höchsten Ticketkategorie bei 88,50€ gipfelte.

Im Verhältnis zu anderen europäischen Ligen seien die deutschen Ticketpreise laut Rohlmann »zwar nicht überbillig, aber trotzdem noch die günstigsten im europäischen Vergleich.« In der Bundesliga kostet das billigste Saison-Ticket durchschnittlich 183,23€. Platz eins belegt indes der VfL Wolfsburg, wo die Dauerkarte 130€ kostet. Kurz dahinter rangiert der FC Bayern München mit 140€. 

Das Beispiel Bayern weist aber auch darauf hin, dass eine bloße Zahl nicht zwangsläufig Aufschluss darüber gibt, ob der Verein generell fanfreundlich agiert. Mag die Jahreskarte in der Allianz-Arena für einen Stehplatz offensichtlich günstig sein, ist in Relation dazu anzumerken, dass es im gesamten Gästeblock keinen einzigen Stehplatz, der Gast ist König, der Gast kann zahlen. Als Dank darf er Wurst und Bier übrigens nicht mit in den Block nehmen.

Preisexplosion nach Aufstieg

Ein interessantes Phänomen in puncto Dauerkarten ist überraschenderweise bei den kleineren Bundesliga-Vereinen festzustellen, allen voran bei Aufsteigern wie Darmstadt oder Ingolstadt. Große Euphorie trifft hier auf kleine Stadionkapazitäten. »Hier wird die Gunst der Stunde benutzt. Bei Darmstadt 98 zum Beispiel kostet das billigste Saison-Ticket 240€ und ist damit Ligaspitze«, schildert Rohlmann.

Was den Verkauf von Getränken und Speisen angeht, gehen die Zahlen teils erheblich auseinander. Bei der klassischen Bratwurst stieg der Preis um 16 Prozent, die günstigsten Senfpeitschen gibt es mit 2,70€ in Schalke, Mainz, Dortmund und Freiburg. Das billigste Pils trinkt man bei RB Leipzig, wo der Liter hochgerechnet bei 7 Euro im Kurs steht. 

Das alles betrifft den »normalen« Fan. Für den »Intensiv-Fan«, der seinem Verein auch noch auswärts hinterherfährt, gehen die Jahreskosten auf 2000€ hoch. Ohne drittes Bier, ohne zweite Wurst und ohne Stoff-Hennes.