Wie St.Pauli gegen »viagogo« und Co. vorgeht

»Psst, brauchst du noch ein Ticket?«

100 Euro für einen Stehplatz? Der FC St. Pauli warnt seine Fans vor überteuerten Drittanbietern im Internet. Und musste schon zahlreiche Tickets deswegen sperren.

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Am kommenden Sonntag empfängt der FC St. Pauli den MSV Duisburg. Obwohl die Heimspiele in dieser Saison (nur ein Sieg in sieben Spielen) bisher eher wenig Anlass für Freudentänze bieten, ist das Millerntor-Stadion ausverkauft. Wie so oft. Wer kein Ticket hat schaut also in die Röhre. Oder auf eine der diversen Plattformen im Internet, wo Tickets für Fußballspiele – zu meist unverschämt hohen Preisen – weiterverkauft werden. 

Ein Stehplatz in der Südkurve kostet beim FC St. Pauli 12,50 Euro. Das ist fair. Zum Vergleich: Der aktuelle Tabellenführer Holstein Kiel verlangt 15 Euro für einen Stehplatz, der Tabellenzweite Fortuna Düsseldorf 13 Euro. Diese werden auch beim Schlusslicht aus Kaiserslautern fällig. Mit Ermäßigung sind die Tickets übrigens noch günstiger.

Klingt nobel – ist es aber nicht

Auf diversen Online-Plattformen finden sich auch für das kommende Heimspiel vom FC St. Pauli gegen Duisburg noch zahlreiche Karten. Der größte Player in diesem Geschäft ist die Online-Plattform »viagogo«. Auf der unternehmenseigenen Homepage beschreibt »viagogo«, man habe »sich zum Ziel gesetzt, Käufern eine große Auswahl an Tickets für Veranstaltungen auf der ganzen Welt anzubieten, und Verkäufern, die ihre übriggebliebenen Tickets verkaufen möchten, (...) zu helfen«. Das klingt nobel – ist es aber nicht. 

Im Endeffekt ist »viagogo« nichts anderes als der typische Schwarzmarkt in der anrüchig-dunklen Ecke vor dem Stadion. Nur eben verpackt in ein ansprechendes, seriös wirkendes Design. Denn der Weiterverkauf von Tickets zu überhöhten Preisen ist verboten. So auch beim FC St. Pauli. In den ATGB (Allgemeine Ticket-Geschäftsbedingungen) wird in Ziffer 4.4 festgelegt, dass der Eintritt eines Dritten nicht erteilt wird »bei der Veräußerung des Besuchsrechts oder von Tickets über nicht vom FC St. Pauli autorisierte Internet-Marktplätze (z.B. eBay Kleinanzeigen, Kalaydo) oder Internet-Ticketbörsen (z.B. Viagogo, Seatwave)«.

650 Tickets gesperrt

Der FC St. Pauli warnte heute auf seiner Homepage nochmals ausdrücklich vor den nicht autorisierten Zweitmarktplattformen wie »viagogo« oder »eBay«. Der Verein informiert auch darüber, dass aus diesem Grund in der vergangenen Saison über 650 Tickets gesperrt wurden. Auch in dieser Saison habe es bereits knapp 350 Ticketsperrungen gegeben. 

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