Wie stoppt man die Bayern?

Ein Strohhalm für die Liga

Nach dem 5:1 der Bayern über den BVB droht die totale Langeweile. Ist die Liga noch zu retten? Diese vier Dinge braucht die Konkurrenz, um die Bayern zu gefährden.

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Der FC Bayern demonstrierte beim 5:1-Sieg über Borussia Dortmund... Gähn... Tut mir Leid, ich bin beim Schreiben des Artikels kurz eingenickt. Bereits nach acht Spieltagen hat die Bundesliga jegliche Spannung verloren. Der FC Bayern schwebt über der Konkurrenz. Die Hoffnung auf eine spannende Bundesliga scheint längst verloren.

Sicherlich, die Bayern sind der Konkurrenz Lichtjahre enteilt. Doch es gäbe durchaus Möglichkeiten, wie man ihrer Dominanz Herr werden könnte – vielleicht nicht über die gesamte Saison hinweg, aber zumindest bei einem direkten Aufeinandertreffen über 90 Minuten. Diese vier Dinge braucht die Liga, um Bayern zu gefährden.

1. Eine starke zweite Halbzeit

Wäre Fußball nach einer Halbzeit beendet, die Bayern wären mit 14 Punkten nur auf Rang drei der Tabelle – punktgleich mit dem SV Darmstadt und dem FSV Mainz 05. Die Bayern gewinnen in dieser Saison ihre Spiele vornehmlich nach der Pause. Das eindrucksvollste Beispiel war der 5:1-Sieg über den VfL Wolfsburg, als Robert Lewandowski nach der Pause fünf Treffer erzielte.

Das Münchener Übergewicht in der zweiten Halbzeit liegt in erster Linie an der taktischen Überlegenheit. Viele Teams reisen mit einem cleveren taktischen Plan nach München. Dieser Plan funktioniert aber meist nur so lange, bis Guardiola seine Grundformation über den Haufen wirft und taktisch umstellt. Viele Gegner brechen ein, wenn Guardiola an den entscheidenden Stellschrauben dreht. Das 1:5-Ergebnis verwischt etwas, dass Thomas Tuchel genau dies sehr gut gemacht hat: Sobald Guardiola umstellte, wechselte auch er die Formation.

2. Einen taktischen Plan, der auch offensiv funktioniert

Nicht wenigen Teams geht es beim Duell gegen Bayern München nur um Schadensbegrenzung. Der taktische Plan fokussiert sich dementsprechend stark auf die Defensive: Kompakt stehen, das Mittelfeld blockieren, einen Bewacher auf Xabi Alonso abstellen – fertig ist der Anti-Bayern-Masterplan.

Manch ein Trainer vergisst dabei, dass man in einem Fußballspiel auch selber Tore erzielen muss. Die Spieler richten ihre Positionierung fast gänzlich danach, gut in der Defensive zu stehen. Dass man die Bayern ärgern kann, wenn man die eigenen Konter diagonal in die Breite zieht, vergessen viele Teams. So hat auch kaum jemand die defensiven Schwächen der Bayern zu Saisonbeginn genutzt.