Wie Stephen Hawking Englands WM-Chancen errechnete

Elfmeter? Besser mit Glatze

Gestern verstarb der geniale Physiker Stephen Hawking — und nahm seinen Fußballsachverstand mit ins Grab. Vor vier Jahren analysierte er Elfmeterschießen. Und seine Gesetze gelten noch immer.

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Stuart Pearce, Chris Waddle, Gareth Southgate, Paul Ince, David Batty, David Beckham, Darius Vassell, Frank Lampard, Steven Gerrard, Jamie Carragher, Ashley Young, Ashley Cole und Daniel Sturridge. Das ist die unglaubliche Liste der englischen Nationalspieler, die seit 1990 in einem großen Turnier im Elfmeterschießen scheiterten. Siebenmal schied England seither bei einer WM, EM oder bei Olympia auf diese Weise aus. Ein einziges Mal nur wurde 1996 im Viertelfinale gegen Spanien auf diese Weise gewonnen.

Zur Vorbereitung auf die WM in Russland soll Nationalcoach Gareth Southgate, selbst der unglückliche Fehlschütze im Halbfinale der EM 1996 gegen Andy Köpke, deshalb angeblich bereits einen Probedurchlauf in Wembley planen. Bei einem der kommenden Testkicks würde dann vor vollbesetzten Rängen nach Abpfiff und unabhängig vom Ergebnis noch einmal vom Elfmeterpunkt angetreten werden.

England trifft keinen Kuhhintern

Vielleicht aber hilft es der englischen Elf schon, sich an die theoretische Hilfestellung eines prominenten Fans zu erinnern, der gestern im Alter von 76 Jahren verstorben ist. Der weltweit berühmte Astrophysiker Stephen Hawking lieferte nämlich nicht nur Beiträge zu Relativitätstheorie, Quantenmechanik und anderen hier eher nebensächlichen Dingen, sondern erklärte 2014 auch, wie Englands Nationalspieler ihre Trefferquote im Elfmeterschießen steigern könnten.

Für das Buchmacher-Unternehmen »Paddy Power« untersuchte Hawking damals vergangene Spiele und stellte auf Basis dessen statistische Prognosen auf. (Nerdige Zusatzinfo: Logistische Regression heißt die Methode.) Seine Bestandsaufnahme zeugte von analytischer Schärfe: »England könnte keinen Kuhhintern mit einem Banjo treffen«.