Wie sinnvoll ist eine WM mit 48 Teams?

Hallo, Bhutan!

Bloß: Hat nicht gerade erst die EM in Frankreich gezeigt, dass der gemeine Fußballfan gar nicht so nimmersatt ist, wie die Herren in ihren Funktionärspalästen annehmen?
 
Michel Platini stockte die EM bekanntlich auf 24 Teams auf. Die Folge: Das aufgeblähte Turnier zog sich, und man durfte berechtigte Sorge haben, dass Spieler, die als junge Nachwuchshoffnungen ins Turnier gestartet waren, am Ende des Turniers als Fußballgreise in Rente gehen würden.

Fan-Lethargie?
 
Aber die Kasse klingelte trotzdem. Zumindest spiegelten sich der viel diskutierte Fußball-Überdruss und die angebliche Fan-Lethargie nicht in den TV-Statistiken wider. So lockten etwa Deutschlands Spiele gegen Frankreich, Italien und die Slowakei jeweils mehr Zuschauer vor den Fernseher als das EM-Finale 2008 zwischen der DFB-Elf und Spanien. Und selbst ein Spiel wie Polen gegen Nordirland sahen über zehn Millionen Zuschauer. Insgesamt stiegen die Einschaltquoten um rund fünf Prozentpunkte im Vergleich zur EM 2012.
 
Bundestrainer Jogi Löw interessiert so was eher weniger, er hat sich unlängst gegen Infantinos Vorschlag ausgesprochen. Das wiederum ist dem Fifa-Chef herzlich egal. Sein Argument für die XXL-WM lautet: »Wir können 16 weiteren Mannschaften die Qualifikation für die Endrunde ermöglichen.«

Warum nicht mal 211 Teilnehmer?

Er hätte auch sagen können: So haben endlich auch Fußballverbände aus Usbekistan, Panama und Zypern zumindest eine kleine Hoffnung auf eine WM-Teilnahme. Und wenn auch die 48er Runde nicht reichen sollte, könnte man das Teilnehmerfeld noch weiter ausbauen. Auf 211 Teilnehmer zum Beispiel. Dann wären auch Amerikanisch-Samoa und Bhutan dabei. Verbände, die es Infantino danken werden. Spätestens bei der nächsten Wahl des Fifa-Präsidenten.