Wie sieht Österreich den einstigen Wunderknaben Marko Arnautovic?

Wann zeigt er endlich, was er drauf hat?

Genügend Angriffsfläche bietet er ja, schon ein oberflächlicher Blick auf seine Leistungsbilanz zeugt von einer eher durchwachsenen Karriere. Über lediglich drei Kurzeinsätze kam der damalige Twente-Leihspieler bei Inter Mailand 2009 nicht hinaus, ein Jahr später wurde dem schwierig geltenden Akteur eine strahlende Zukunft bei Werder Bremen prophezeit. In 72 Bundesliga-Spielen brachte es der für rund sechs Millionen Euro geholte Hoffnungsträger auf 14 Tore. Mittlerweile ist er nur noch 2,35 Millionen wert. Von der landesweiten Popularität eines David Alabas ist er weit entfernt. Der schüchterne Bayern-Spieler ist die Antithese zum exzessiven Arnautovic.

Hohn und Spott für den neuen Arbeitgeber

Für seinen neuen Arbeitgeber hat Arnautovic jetzt Hohn und Spott aus der Heimat geerntet. Waren während der Sommerpause noch Namen wie Valencia, London, Glasgow oder Kiew gehandelt worden, landetet der Angreifer schließlich in Stoke-on-Trent, einer triste 350.000- Einwohner-Stadt in den rauen englischen Midlands, die außer einem Töpfermuseum kaum Sehenswürdigkeiten bietet. Anspruch und Realität divergieren. Um es mal vorsichtig zu formulieren.

Immerhin: Den Glauben an ihr Talent haben die Österreicher nicht aufgegeben. Ein neuer Klub, eine neue Chance, aus dem Exzentriker einen hart arbeitenden Fußballer zu machen, der seine Fähigkeiten endlich zum Wohle der eigenen Nationalmannschaft ausspielt. Vielleicht wird sich der hochbegabte Schüler auf der Insel für bessere Zensuren entscheiden und nicht mehr den Klassenclown spielen. Den Fokus auf seine Laufbahn legen und herausfinden, dass unweit von Stoke mit Birmingham, Liverpool und Manchester nicht unbedingt schönere Städte, aber glamourösere Klubs auf ihn warten. Wenn er endlich mal zeigt, was er so drauf hat.