Wie sich in Rio de Janeiro ein Köln-Fanclub gründete

»Eingeladen sind sogar Gladbacher und Leverkusener«

Fast ein Jahr gibt es »Hennes, den Erlöser« schon. »Wir haben das damals aus einer Bierlaune heraus gemacht. Wir sind der erste Fanclub des Eff-Zeh in Südamerika«, erzählt «Copacabänes«. Damals sah die Welt allerdings noch anders aus. Der Trainer hieß Peter Stöger und die Geißböcke galoppierten stramm in Richtung Europa. »Niemals hätte ich gedacht, dass der Absturz so radikal sein werden würde.« Trotzdem will der Klub der Aufrechten die Hoffnung nicht aufgeben.

Beim Spiel in Frankfurt am letzten Wochenende sah es zwischenzeitlich so aus, als könnte es zu einem Punkt reichen, auch wenn es am Ende eine 2:4-Niederlage wurde. »Das wird verdammt schwer, aber es gibt noch Hoffnung«, sagt «Copacabänes«, der nur wenig Verständnis dafür hat, dass die Klubführung erst Manager Jörg Schmadtke und dann Trainer Stöger entließ. »Wir hatten fünf Jahre lang Ruhe, jetzt ist irgendwie alles wieder wie früher.«

»Eingeladen sind sogar Gladbacher und Leverkusener«

Inzwischen hat sich das Fanclub-Leben stabilisiert, für die Deutsche Welle haben die Mitglieder sogar einen Fangesang an der Copacabana aufgenommen. Außerdem gibt es Pläne, sich auch außerhalb des Fußballerlebnisses am Wochenende zu engagieren: »Wir wollen etwas für die Favelas tun. Ein Benefizturnier vielleicht, auf jeden Fall etwas, das den Menschen hier vor Ort hilft«, sagt Nöthen. Im Oktober soll es ein Einladungsspiel geben.





Sollte Köln absteigen, geht die auch in Rio nicht unter. Für die zweite Liga gibt es ebenfalls Live-Streams, verrät Gastgeber Volker in der Rua Santa Clara, der auch gerne Spiele von Eintracht Braunschweig so verfolgt. Außerdem will der Fanclub noch wachsen. Wie beim Spiel gegen die Eintracht, als auch »Adler-Fans« willkommen waren und sich ZDF-Südamerikakorrespondent Luten Leinhos im Frankfurt-Trikot unter die Gäste mischte. »Wir sind ein offener Klub. Wir würden gerne in Rio de Janeiro so viele Bundesliga-Fans wie möglich kennenlernen.« Dafür geht der Fan-Klub sogar bis an die Grenzen des Erträglichen: »Eingeladen sind zum Fußballgucken alle, sogar Gladbacher und Leverkusener.«