Wie sich Mohamed Salah zu einem Weltklassestürmer entwickelt

Wieso Klopp Salah unbedingt verpflichten wollte

Es half auch nicht, dass sein damaliger Team-Kollege Eden Hazard, der noch immer sein guter Freund ist, ihn als »fantastischen Spieler« bezeichnete. Bald wurde Salah als Transferflop verschrien und nach Florenz verliehen. Zu seinem Glück. Denn in Italien zeigte Salah so schnell und eindrucksvoll seine Klasse, dass er nach zahlreichen Toren erst an den AS Rom verliehen und dann fest verpflichtet wurde. Mit 34 Treffern und 24 Vorlagen in zwei Spielzeiten zahlte er nicht nur das Vertrauen zurück – er rief auch zahlreiche Top-Klubs auf den Plan. Doch niemand legte sich so vehement für eine Verpflichtung ins Zeug wie Jürgen Klopp.


Klopp wollte ihn unbedingt: »All-inclusive«
Der Coach des FC Liverpool wollte den Ägypter in seinem Team wissen, als er noch den BVB trainierte. Nach seiner ersten Begegnung mit Salah, in einem Freundschaftsspiel zwischen Basel und Dortmund, hatte er es ihm angetan: »Ich dachte: What the F...? Es war unglaublich. Doch in dem Moment, in dem ich sagte: ›Lasst ihn uns holen‹, war er schon bei Chelsea.«


Doch drei Jahre später schlug Klopp zu. Stolze 42 Millionen Euro legte er für den Ägypter auf den Tisch. Ganz schön viel Geld für einen passablen Spieler aus einer mittelmäßigen Liga, müssen sich die Anhänger der »Reds« gedacht haben. Doch nur ein halbes Jahr später hat sich Mo Salah als der wohl beste Sommer-Einkauf der Premier League herausgestellt. Mit 13 Treffern und vier Assists bei nur 16 Einsätzen thront der »all-inclusive-Fußballer«, wie der Coach ihn nennt, an Englands Spitze der Torjäger - noch vor Topstars wie Harry Kane oder Romelu Lukaku. 


Im zweiten Anlauf
Zusammen mit Sadio Mané, Roberto Firmino und Philippe Coutinho bildet er aktuell eines der gefürchtetsten Offensiv-Quartetts Europas. Klopp gerät bei Salah regelrecht ins Schwärmen. Schnelligkeit und Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor zeichnen ihn noch immer aus. Das macht ihn »besonders«. Auch technisch und körperlich hat Salah zugelegt. Dass der 1,75 Meter große Linksfuß auch noch gefährliche Standards schlagen kann, macht ihn zu einer echten Waffe. 


Als Krönung eines herausragenden Jahres wurde Salah zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt. Seine Entwicklung ist auch dem ehemaligen ägyptischen Nationalstürmer Mido, der unter anderem für Ajax Amsterdam, den AS Rom und Tottenham auf Torejagd ging, nicht verborgen geblieben. Via Twitter prophezeite er: »Er hat die Mentalität, um lange auf einem Top-Level zu spielen. Ich glaube, Salah wird nicht lange bei Liverpool bleiben. Bald geht er zu Real Madrid«. Wie realistisch das auch sein mag, aus der ägyptischen Provinz zum schillerndsten Klub der Welt – ein Märchen wäre es schon. Im zweiten Anlauf.