Wie sich MLS-Stürmer Alexandru Mitrita auf seinen Job in New York vorbereitet


Mitrita McCallister

Alexandru Mitrita ist der drittteuerste Spieler in der MLS-Geschichte - und der neue Hoffnungsträger bei New York City FC. Zum Glück weiß der junge Rumäne, wie man sich optimal auf neue Herausforderungen vorbereitet. 

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Alexandru Mitrita ist 24 Jahre alt, hat in seiner Karriere für kleine Klubs wie den FC Viitorul, CS U Craiova oder Delfino Pescara gespielt, wechselte kürzlich für knapp acht Millionen Euro Ablöse zum New York City FC und falls er demnächst im Central Park mit einer Tauben-Lady feinfühlige Gespräche über menschliche Beziehungen führt, sollte sich niemand wundern. Was mit der Art und Weise zu tun hat, wie sich Mitrita auf das Abenteuer New York vorbereitete. 



Denn normalerweise ist das bei Fußballern ja so: Wechseln sie den Verein, organisiert der neue Klub fix ein Haus im Nobelviertel, die Teamkollegen verraten beim Training die zwei, drei Locations, wo sich als Profi ein ordentliches Goldsteak essen lässt, und ansonsten bekommt man von dem, was eine Stadt eigentlich ausmacht, nicht viel mit. Flügeltür auf, rein ins Auto, ab zum Training. Flügeltür auf, rein ins Auto, ab zum Goldsteak. Flügeltür auf, rein ins Auto, ab ins Nobelviertel. Und dann: Fortnite. Doch nicht so bei Mitrita. Der Mann will die Stadt, in der er arbeitet, verstehen. Mehr noch: Er will sie fühlen.



»Ich möchte alles machen wie im Film«

Weswegen er zur Vorbereitung auf den neuen Job in die Videoanalyse ging. Genauer gesagt: Er schaute »Home Alone 2«, also »Kevin allein in New York«. Mehrfach. Immer und immer wieder. »Ich möchte alles machen wie im Film«, verriet Mitrita in seinem ersten US-Interview. »In Rumänien läuft der Film während der Ferien rauf und runter. Und wenn ich ihn sehe, dann sehe ich das, was ich sein möchte. Nur statt Kevin muss es dann heißen Mitrita in New York!«.

Wirklich alles so zu machen wie im Film dürfte zwar schwierig werden – schließlich laufen einem selbst in einer Sky-is-the-Limit-Metropole wie New York nicht jeden Tag tollpatschige Einbrecher in offene Farbeimer. Aber wie heißt es so schön: »Den Rest kannst du behalten, du Dreckschwein!« Oder so. 



Kein Harry, kein Marve

Und es gibt ja durchaus Grund zur Hoffnung für Mitrita. Denn all die anderen Filmszenen nachzuahmen, sollte eigentlich machbar sein. Mit Donald Trump klönen? Dürfen mittlerweile sogar atomirre Diktatoren. Im Plaza schlafen? Teuer, aber Mitrita wird ja nicht in Hot Dogs bezahlt. Runtergerockte Taubenliebhaber zulabern? Nichts leichter als das in einem Land ohne soziale Fangnetze und in einer Stadt mit akutem Taubenbefall. Wir brauchen uns um Mitritas Träume also nicht zu sorgen.



Zumal er mit dem Kevin-McCallister-Marathon vermutlich ohnehin eher darauf abzielte, ein Gefühl für die Stadt zu entwickeln. Für die Wolkenkratzer und die Hektik und den Glamour in Manhatten, für die ausgekeksten Menschen auf den Straßen. Einziger Wermutstropfen für den Außenstürmer: Am Samstag trifft er mit NYCFC am ersten Spieltag der neuen Saison auf Orlando City FC. Und so sehr wir den Orlando-Kader auch danach durchforstet haben: Wir konnten dort weder einen Harry noch einen Marve ausfindig machen.