Wie sich Jacob Bruun Larsen beim BVB durchsetzen könnte

Wie Bruun Larsen in Dortmund zu Einsätzen kam

Seit drei Jahren ist Bruun Larsen im Verein, seit die Borussia ihn im Januar 2015 für 250.000 Euro vom dänischen Klub Lyngby BK holte. Er gewann die deutsche U17-Meisterschaft, zweimal die deutsche U19-Meisterschaft. Überrascht, dass er nun auch in der Champions League spielt, sind sie in Dortmund trotzdem. Weil sich Bruun Larsen auf seiner Leih-Station im vergangenen Jahr in Stuttgart nicht durchsetzen konnte. Nur vier Spiele machte der Däne dort unter seinem ehemaligen Jugendtrainer Hannes Wolf. Danach kam Tayfun Korkut, und Bruun Larsen musste auf die Bank.

Stuttgart wollte ihn halten

Trotzdem wollten sie ihn in Stuttgart gerne halten. Vielleicht, weil sie wussten, wie gut dieser 20-Jährige schon ist. Vielleicht, weil sie wussten, dass er schon noch spielen würde, nachdem der Abstiegskampf ja jetzt erst einmal hinter dem VfB lag (so kann man sich täuschen). Bruun Larsen ging zurück nach Dortmund.

Dort sitzt nun Lucien Favre auf dem Trainerstuhl, der auf den Pressekonferenzen ausreichend damit beschäftigt ist, zu erläutern, warum eben dieser oder jener nicht spiele. Und warum aber dieser oder jener trotzdem noch sehr wichtig werden könnte. Mit Jadon Sancho, Marco Reus, Marius Wolf, Maximilian Philipp, Mario Götze, dem verletzten Shinji Kagawa und eben Bruun Larsen sind die Borussen auf den Außenpositionen ganz prächtig besetzt. Es gilt wieder, was galt, als Julian Weigl noch spielte: Wenn sich einer hängenlässt, ist gleich der nächste da. Favre, dem ehemalige Verdienste seiner Spieler eh nicht viel bedeuten, ist beim Anblick dieses Konkurrenzkampfes nur zu beneiden.

Favre rotiert immer

Denn es ist eine ungeahnte Stärke von Borussia Dortmund, dass sich im Kader 26 Spieler befinden. Tatsächlich startete Lucien Favre seit Saisonbeginn noch nie mit den gleichen elf Spielern. Bruun Larsen? Musste sich trotz einer vielfach beachteten Vorbereitung nach einer Fußprellung wieder in die Mannschaft kämpfen. Erst nach einem Testspiel gegen den VfL Osnabrück, als er vier Tore schoss, ist der Däne gesetzt - sofern sich das nach drei Spielen und zweieinhalb Einsätzen so sagen lässt.

Zurzeit ist es Bruun Larsen, über den sie in Dortmund sprechen. Über die Art eines Straßenfußballers und seine Läufe in die Tiefe der gegnerischen Defensive. Über seine Vorlagen, über seine Tore. Und worüber er selbst spricht? »Ich möchte möglichst lange hierbleiben, denn das würde bedeuten, dass ich mich hier durchsetzen kann«, sagte er noch in dieser Woche dem »Kicker«. Es scheint so, als wüsste er schon, was geschieht, wenn er sich mal hängenließe.