Wie sich Jacob Bruun Larsen beim BVB durchsetzen könnte

Aufgerückt

Über Jacob Bruun Larsen sprach vor der Saison in Dortmund kaum jemand. Am Mittwoch schoss er die Borussia zum Sieg. Sein Erfolg zeigt, was den BVB gerade wieder stark macht.

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Da stand er nun in der Nacht, im Trainingsanzug der Dortmunder Borussia, unter den gewaltigen Betontribünen des Westfalenstadions, die unter sich ganze Mannschaftsbusse beherbergen können. Borussia Dortmund hatte, mal wieder, in der Champions League gewonnen. Ein großartiger Sieg war das. Schon wieder kein Gegentor. Gegen Benfica Lissabon. Und Julian Weigl freute sich.

Immer einer hintendran

Im März 2017, also vor eineinhalb Jahren, war das und Weigl war stark wie nie. Trainer Thomas Tuchel setzte auf ihn, die Passmaschine im Mittelfeld. Er war Nationalspieler mit WM-Träumen. Und sie alle feierten ihn. Pep Guardiola war »begeistert«, Toni Kroos sah seinen Erben, DFB-Trainerausbilder Frank Wormuth lobte sein inneres Radar - und 11FREUNDE machte gleich eine Titelgeschichte. Doch Weigl warnte: »Bei Borussia sind viele gute Jungs hintendrin. Wenn ich mich hängenließe, wäre gleich einer da, der meine Position einnimmt.«

Am Mittwochabend hat Borussia Dortmund wieder in der Champions League gespielt, mal wieder gewonnen. Aber nur einer stand in beiden Spielen, sowohl gegen Lissabon als auch gegen Monaco, von Beginn an auf dem Platz: Torwart Roman Bürki. Viel hat sich beim BVB seit der Zeit von Thomas Tuchel verändert. So viel, dass man von einem »Übergangsjahr« sprechen will, wenn man die Zeit zwischen diesen beiden Spielen beschreiben soll. Peter Bosz, Peter Stöger, 7. Platz bei der PETA-Auszeichnung als veganster Bundesligaklub (Gewinner: Schalke). Aber auch: Anschlag auf den Mannschaftsbus, Spielerstreik, 4:4 im Derby (Gewinner: Schalke).

Balsam für die Fanseele

Nun, als Tabellenführer der Bundesliga und nach zwei Siegen in der Champions League, ist die Fan-Seele wieder beseelt. Von Julian Weigl, der am Mittwochabend eingewechselt wurde, spricht trotzdem kaum jemand. Alle reden von Jacob Bruun Larsen. 20 Jahre alt, Däne, Außenstürmer. Der, der am Mittwoch erst ein Tor schoss und dann ein weiteres vorbereitete.

Es ist nicht anzunehmen, dass Julian Weigl vor eineinhalb Jahren ausgerechnet an Jacob Bruun Larsen dachte, als er von denen sprach, die aufrücken könnten. Zu unterschiedlich die Positionen, noch zu unbedeutend Bruun Larsen, der 2017 erst ein Pflichtspiel für die Borussia absolviert hatte, in der zweiten Pokalrunde gegen Union Berlin.