Wie sich ein Fan beim »Finale dahoam« auf den Rasen schlich

Im Arm von Fernando Torres

19. Mai 2012 / 14:00 Uhr:
Während auch die letzten Zuschauer das Stadion verlassen und schon die ersten Vorbereitungen für das große Public Viewing beginnen, bleiben Moritz und seine Freunde einfach im Innenraum. Wann kann man sich schon Mal im Olympiastadion auf den Rasen legen und in der Sonne entspannen?

19. Mai 2012 / 18:30 Uhr
Die ersten Bayern-Fans kommen ins Olympia Stadion. Die Jungs gehen auf die Tribüne und bereiten sich auf das Public Viewing vor.

19. Mai 2012 / 20:45 Uhr
Während man sich mit ein paar Bier auf den Rängen des Olympia-Stadion in Stimmung bringt, wird in der knapp zehn Kilometer entfernten Allianz Arena das »Finale dahoam« angepfiffen. FC Bayern München gegen den FC Chelsea. Lasst die Spiele beginnen.

19. Mai 2012 / 22:29 Uhr
Thomas Müller trifft zum 1:0 für den FC Bayern. Das Olympiastadion explodiert.

19. Mai 2012 / 22:34 Uhr
Didier Drogba gleicht per Kopfball aus. Im Olympiastadion ist es totenstill. Verlängerung!

19. Mai 2012 / 22:40 Uhr
»Ich halt es nicht mehr aus! Lass uns zur Arena fahren«, ächzt Moritz Cousin. Es ist vielleicht die Idee seines Lebens. Ohne zu überlegen, rennen die Drei aus dem Olympiastadion und steigen ins nächstbeste Taxi. Ziel: Fröttmaning

19. Mai 2012 / 22:50 Uhr
»95. Minute. Arjen Robben legt sich den Ball zurecht. Ist das der Schuss zum Titel?« Der Taxifahrer fährt rechts ran, der Radiokommentator hält die Luft an und dann: »Er verschießt! Unglaublich!« Weiter 1:1. Der Taxifahrer gibt Vollgas.

19. Mai 2012 / 23:04 Uhr
Es läuft bereits die zweite Hälfte der Verlängerung als die Drei schließlich an der Allianz Arena ankommen. Draußen herrscht gähnende Leere. Nur ein paar Ordner stehen rauchend am Eingang. Mit umgehängten VIP-Ausweisen vom Damenfinale gehen die Jungs selbstbewusst auf den nächstbesten Ordner zu. Der guckt auf die Pässe, guckt hoch, lächelt und sagt: »Sorry, mit den Dingern kommt ihr hier nicht rein. Ihr braucht welche mit eurem Passfoto drauf.« Ist die Reise hier zu Ende? So kurz vor dem Ziel? Enttäuscht trottet die Gruppe um das Stadion, als sie plötzlich einen unbewachten Eingang entdecken. Kein Ordner weit und breit. Die Chance!

19. Mai 2012 / 23:30 Uhr
Im Stadion startet gerade das Elfmeterschießen. Doch bevor die Drei das  Tor zum Glück erreichen, stürmt ein Ordner aus dem Nichts heran und brüllt: »Eure Tickets, bitte!« Mist! Sie versuchen es trotzdem und halten ihre wertlosen VIP-Pässe hin. Ordner: »Sorry, damit klappt es nicht. Ihr braucht welche zum Abscannen« Die Drei selbstbewusst: »Aber das sind doch die Tickets, die ohne Abscannen funktionieren!« Der Ordner sieht sie an, blickt auf die Tickets, sieht hoch, blickt auf die Tickets und sagt: »Ach so, okay. Na dann, viel Spaß, Jungs!« Unglaublich.

19. Mai 2012 / 23:15 Uhr
Im inneren Ring stellt sich der nächste Ordner in den Weg. »Hier geht es nicht rein. Nur mit Arbeitsausweis«, knurrt der ältere Herr. Mit dem neugewonnenen Selbstbewusstsein, es mit vollkommen wertlosen Tickets bereits so weit gebracht zu haben, blafft Moritz: »Natürlich kommen wir hier rein. Wir müssen da arbeiten. Hier steht doch: Zugang für Zone A bis F.«

Hier gibt es die Fotos von Moritz Familienausflug >>

19. Mai 2012 / 23:30 Uhr
Tatsächlich. Drin. Didier Drogba dreht weinend ab. Soeben hat er den entscheidenden Elfmeter verwandelt. Bastian Schweinsteiger blickt leer ins Nichts, Philipp Lahm fährt ein D-Zug durch den Kopf. Und Moritz, sein Cousin und ein Kumpel stehen an der Seitenlinie und können ihr Glück nicht fassen. Das sind Gefühle, wo man nicht beschreiben kann! Dann Blitzlicht, Siegerehrung, Torres, Mata, Siegermedaillen. Mittendrin Moritz. Bei einem Interview mit Sieger-Coach Roberto Di Matteo schleicht er im Hintergrund durch das Bild. Es folgen Fotos mit den Sieger, Medaillen werden geküsst, Ehrenrunden verfolgt. Ein Abend wie ein Blitzlicht.

20. Mai 2012 / Irgendwann nach Mitternacht
Die Chelsea-Spieler verlassen den Innenraum, um in den Katakomben weiterzufeiern. Moritz und seine Freunde sammeln alles, was sie kriegen können. Lametta, Trinkflaschen, Zeugnisse eines legendären Abends. Dann findet Moritz eine Badelatsche. Die steht noch heute in seinem Zimmer.