Wie sich Dynamo Dresden gegen ein »Pegida«-Auto wehrt

»Bachmann, halt’s Maul«

»Pegida«-Initiator Lutz Bachmann hat ein neues Auto. In Schwarz-rot-gelb und mit Dynamo Dresden-Logo. Das lässt der Verein nicht mit sich machen.

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Lutz Bachmann ist ein widersprüchlicher Mensch. Der »Pegida«-Initiator hetzt bei seinen Auftritten gegen Geflüchtete, hat seiner Heimat aber selbst vor zwei Jahren den Rücken gekehrt und lebt auf der kanarischen Sonneninsel Teneriffa. Kriminelle Ausländer kann Bachmann gar nicht leiden. Selbst ist er unter anderem wegen Einbruchdiebstahl und Drogenhandel vorbestraft.

Die neueste Episode dieser Art ist drei Tage alt: Da postete Bachmann auf Facebook und Twitter Bilder eines »Pegida«-Autos. Und es geht nicht um irgendein Auto: BMW (deutsches Fabrikat natürlich), Sportausführung, in Schwarz-rot-gelb (gold kann man das wirklich nicht nennen) und über und über mit »patriotischen Werbeklebern« bestückt. Kurzum: Es sieht grässlich aus!

Screenshot: Twitter/Lutz Bachmann



Pikantes Detail allerdings: Unübersehbar prangt auf dem hinteren Kotflügel das Logo von Dynamo Dresden. Der Verein fand das überhaupt nicht witzig und reagierte prompt – mitten in der Nacht sogar. Man habe einen Anwalt beauftragt, Bachmann die Verwendung des Logos zu untersagen, und prüfe eine Schadenersatzklage, verkündete die SGD.

Und Bachmann verstrickte sich wieder einmal in Widersprüche. Wenige Stunden nach der Drohgebärde aus dem Hause Dynamo schon ließ er seine Facebook-Follower wissen, dass das Logo am Auto »gerade entfernt« werde. Nur um kurz später zu behaupten, das Auto habe nie existiert, sondern sei bloß eine Online-Grafik.

Dynamo gegen Bachmann

Dass Dynamo Dresden auf den Post des notorischen Social-Media-Patrioten umgehend reagierte, hat seine Gründe. An den Dresdner »Pegida«-Aufmärschen beteiligten sich zuweilen auch Personen aus der Dynamo-Fanszene. Der Verein und Initiativen wie »1953 international« arbeiten aber seit Jahren daran, die SGD vom Ruf des rechten Schläger-Magneten zu befreien.

Dynamo postete deshalb ein Bild aus dem Fanblock mit einer unmissverständlichen Botschaft: »Bachmann, halt’s Maul«, heißt es da auf einem Spruchband. Dieses war im Mai gezeigt worden, nachdem der ehemalige »Pegida«-Chef die Fans schon einmal für seine kruden Veranstaltungen gewinnen wollte.