Wie sähe eine ostdeutsche Nationalelf heute aus?

Hans Meyer auf der Bank

Mittelfeld:

Toni Kroos (Bayern): Inmitten der politischen Wende in Greifswald geboren. Dass dort eines von zwei Kernkraftwerken der DDR betrieben wurde, merkt man seinem Schuss an. Ein kompletter Spieler, mit wenig Glamour. Perfekt für diese Elf.

Torsten Mattuschka (Union): Eroberte von Cottbus aus die Welt. Fand sein Glück bereits in Berlin. Dort seit jeher der Dynamo des Mittelfelds. Die Fans lieben ihn, widmen ihm Lieder. Er ist Opium für das Volk. Wenngleich »nur« Zweitligaspieler, ist er damit gesetzt.

Robert Tesche (HSV): In Wismar geboren zog, es ihn in jungen Jahren nach Bielefeld, wo er es schließlich zum gestandenen Bundesligaspieler brachte. Ruht sich derzeit beim HSV etwas aus. Womöglich für diese Mannschaft?!

Nicky Adler (Sandhausen):  Einst als großes Talent gehandelt, übt sich der gebürtige Leipziger momentan im Abstiegskampf der 2.Liga, einfach um auch einmal die Nöte des einfachen Fussballers kennenzulernen.

Sturm:

Nils Petersen (Werder): Über Germania Halberstadt, Carl Zeiss Jena und Energie Cottbus fand der aus Wernigerode stammende Stürmer seinen Weg zum großen FC Bayern. Wechselte dann zu Werder Bremen, als dort noch Thomas Schaaf Trainer war. Der einstige Schützling des demokratischen Diktators Otto Rehhagel erschien als die logische Wahl. 

Ronny König (Aue): Geboren wurde der kantige Stürmer in Lichtenstein/Sachsen. Über Chemnitz ging es für ihn nach Kaiserslautern. Der Ballack-Weg, der für König allerdings vorerst in Aue endete. Trotzdem wertvoll für jedes Team, ackert er doch über jedes Plansoll hinaus. Außerdem heisst er eben einfach auch: Ronny.

Trainer:

Hans Meyer: Der Freund des Hauses ist die einzig logische Wahl für diese utopische DDR-Elf. Er würde sie freilich niemals annehmen. Die Liste seiner Meriten ist lang, die seiner Erfolge ebenso. Begann seine Trainerkarriere als Assistent von Georg Buschner, und wurde sein Nachfolger, als dieser Nationaltrainer der DDR wurde. Gewann sowohl den Pokalwettbewerb der DDR, als auch den der BRD. Trotzdem ist es mehr als wahrscheinlich, dass man dem aktuellen Vizepräsidenten von Borussia Mönchengladbach mit einer solchen Aufgabe nicht zu kommen bräuchte. Wir wüssten auch schon seine Antwort: »Gehen Sie davon aus, dass der Meyer nicht blöd ist.«