Wie Regeländerungen früher ankamen

Abseits-Gegner und Technik im Tor

Torlinientechnik

Nach langen Diskussion erhielt die Bundesliga zum ersten Spieltag der Saison 2015/16 die Torlinientechnik. Dafür hatte sich die Mehrheit der 18 Bundesligisten zuvor entschieden. Die Technik wurde bei der WM 2014 in Brasilien getestet und von Funktionären für gut befunden. 

Glaubt man einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID), sahen das die meisten Fans genauso. Die besagt, dass sich 68 Prozent der befragten Fußball-Fans eine Einführung der Torlinientechnik wünschten. 

Und die ganz großen Proteststürme blieben auch während der Premierensaison aus, denn die Technik funktionierte schnell und zuverlässig. Da kann sich der große Bruder Videobeweis nach den ersten Tests noch etwas abschauen. 

Abseits abschaffen 

Ganz wild wurde es im Januar diesen Jahres. Da schaffte es Marco van Basten, mittlerweile Technischer Direktor bei der FIFA, in die Schlagzeilen, in dem er vorschlug, das Abseits abzuschaffen. Der Niederländer habe das Abseits nie gemocht, so der Weltverband. Wie schade. 

»Der Fußball ähnelt immer mehr dem Handball: neun Spieler plus Torwart machen den Strafraum dicht. Alle Mannschaften wollen aus einer stabilen Abwehr heraus kontern«, sagte van Basten sehr differenziert zur »Sport Bild«.

Denn mal ehrlich: ein Fußballspiel ohne Abseits würde vermutlich zu einem anarchistischen Gekicke verkommen, bei dem sämtliche taktische Vorgaben über Bord geworfen würden. Dementsprechend fielen auch die Reaktionen innerhalb der Bundesliga aus. 

Max Eberl könne sich den Fußball ohne Abseits nicht vorstellen, während Carlo Ancelotti einen »anderen Sport« befürchten würde, wäre die Regel eingetreten. Arsene Wenger fasst die wohl vorherrschende Meinung bezüglich des Regelvorschlags am besten zusammen: »Ich habe daran kein Interesse.«