Wie RBs Fußball-Filialen den Verband bloßstellen:

Wann greift die UEFA ein?

Das Klub-Kartell aus Leipzig und Salzburg führt Europas Regelhüter an der Nase herum. Doch die UEFA greift allenfalls halbherzig ein, wie ein Report aus Österreich belegt.

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Bislang, sagen Spötter, haben die Funktionäre der UEFA noch immer einen Weg gefunden, sich mit dem finanzstarken Red-Bull-Fußballkonzern und dessen Filialen zu arrangieren. »Money talks, Bullshit walks«, ätzt manch ein Zyniker angesichts der Tatsache, dass sowohl RB Leipzig als auch RB Salzburg wiederholt gleichzeitig im Europacup starten durften.

Und das, obwohl die Statuten zur Integrität des Wettbewerbs eigentlich klar verbieten, dass zwei Europacup-Starter »auf irgendeine Art und Weise« von einer natürlichen oder juristischen Person »beeinflusst werden« können und dies »entscheidend«. Dass die Red Bull GmbH 99-prozentiger Gesellschafter von RB Leipzig ist und gleichzeitig in Salzburg eine Klubführung agiert, die ausschließlich aus Marionetten von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz besteht, macht die Sache für die UEFA nicht weniger peinlich.

Und jetzt auch noch das: Österreichs größtes Printmedium berichtet über eine dubiose Vereinbarung zwischen der UEFA, Leipzig und Salzburg, gemäß der nur ein Spieler pro Transferperiode von Salzburg nach Leipzig transferiert werden dürfe. Laut »Kronen Zeitung« soll dieses halbherzige Hinterzimmer-Agreement getroffen worden sein, als beide Vereine trotz juristisch nicht gegebener Zulassungsvoraussetzungen ihre Startgenehmigungen für die internationalen Klubwettbewerbe erhielten.

Ein Weg, den bereits weit mehr als 20 Spieler gegangen sind

In dem konkreten Bericht geht es um einen möglichen Wechsel des Salzburger Jungstars Xaver Schlager (21) aus der Mozartstadt in die Sachsenmetropole – ein Weg, den bereits weit mehr als 20 (!) Spieler vor ihm gegangen sind. Laut »Salzburger Nachrichten« soll der Schlager-Transfer bereits beschlossene Sache gewesen sein, angeblich sei diesbezüglich bereits ein Vorvertrag unterzeichnet worden. RB Salzburg aber dementierte dies nun – in ungewöhnlicher Schärfe.

Auf Intervention der UEFA? Ein Dazwischengrätschen des europäischen Verbandes könnte damit zusammen hängen, dass die Herren in Nyon es leid sind, von RB der Lächerlichkeit preisgegeben zu werden. Zuletzt übertrieben es die Red-Bull-Bosse mit den Transfers vom Farmteam Salzburg nach Leipzig maßlos. Bereits im Dezember war die Verpflichtung von Amadou Haidara (21) öffentlich geworden.

Am 23. Januar dann fixierte man den RB-internen Wechsel von Toptalent Hannes Wolf. Der 19-jährige offensive Mittelfeldspieler wird die Leipziger ab dem kommenden Sommer verstärken. Und so fließt der Strom der Talente weiter unaufhaltsam in die eine Richtung, wie es ein Farmteam-Konzept eben so vorsieht.