Wie Raúl Bravo in Spanien Spiele verschoben haben soll

Hat sich die Klublegende bei seinem Abschiedsspiel für 50.000 Euro verkauft?

Sieben Spieler, das reicht, um den Ausgang einer Partie bestimmen zu können. 35 Minuten lang spielte Valladolid gut mit, war sogar gefährlicher als Valencia. Zehn Minuten vor Ende der ersten Halbzeit landete ein Ball in den Füßen von Valladolid-Verteidiger Kiko, der ihn einfach nicht unter Kontrolle bekommt, sehr ungeschickt wirkt. Rodrigo eroberte ihn, legte ab auf Carlos Soler, 1:0. Kurz nach Wiederanpfiff: ein schwacher Abstoß, ein haarsträubender Stoppfehler, Dani Parejo läuft alleine auf den Torwart zu, legt auf Rodrigo ab, 2:0. Valencia ist in der Champions League, der FC Getafe startet nach ein überragenden Saison nur in der Europa League und Valladolid wird 16.

Ausgerechnet Valladolid-Kapitän Fernández soll das Eintrittstor in die Kabine des Vereins gewesen sein. Bei Valladolid ist er eine Vereinslegende. Vor dem Spiel gegen Valencia, es war das letzte seiner Karriere, wurde er tränenreich verabschiedet, er sollte dem Klub danach in anderer Funktion erhalten bleiben. Seine Laufbahn begann gemeinsam mit Aranda und Bravo bei Real Madrid B. Seitdem sind sie befreundet. 50.000 Euro soll er bekommen haben, damit sein Verein gegen Valencia Handicap, also mit mehr als einem Tor Unterschied, verliert. Der Spieler streitet die Vorwürfe ab. Noch hält der Verein zu ihm, doch laut Polizei soll Fernandez vor dem Spiel die sechs anderen gekauften Spieler in dem Haus des Spielers Keko versammelt haben, um alles zu besprechen.

Noch ein Valencia-Spiel unter Verdacht

Zwei Spieltage zuvor war Valencia zu Gast bei der SD Huesca. Vereinspräsident Lasaosa steht auch unter Verdacht, an den Manipulationen beteiligt gewesen zu sein, wurde verhaftet und kam nur gegen eine hohe Kaution wieder frei. Bravo soll laut Polizeiberichten Lasaosa Droh-Nachrichten per WhatsApp geschickt haben, in dem es um Schulden in Höhe von 100.000 Euro geht. Das Spiel gegen Valencia verlor Huesca 2:6, zur Halbzeit stand es bereits 0:5. Doch Valencia ist - Stand jetzt - vollkommen unbeteiligt und nur ein unwissender Nutznießer des Skandals. Huesca hingegen soll mehrere Spiele verschoben haben: Die 2:3 Niederlage gegen Real Madrid mit fragwürdigem Abwehrverhalten beim entscheidenden Tor in der 89. Minute, die 2:1 Niederlage gegen Real Betis mit einer wilden roten Karte und das Spiel gegen Nástic de Tarragona aus der vorherigen Zweitligasaison - das Siegtor: Ein Kopfball ohne nennenswerte Verteidigung der Huesca-Spieler.

Liga und Verband warten derzeit darauf, einen umfassenden Bericht von der Polizei zu bekommen. Valencia und Valladolid könnten mit einem Punktabzug bestraft werden. Die Verantwortlichen drängen auf eine schnelle Entscheidung, der in Frage kommende Abzug von sechs Punkten würde bedeuten, dass Valencia nicht an der Champions League teilnimmt und Valladolid anstelle des FC Girona absteigt. Auf die SD Huesca könnten weitaus größere Probleme zu kommen. Derzeit wird geprüft, wie viele Personen im Verein von den Manipulationen wussten. Neben dem Präsidenten soll noch ein weiterer hochrangiger Mitarbeiter eingeweiht gewesen sein. Aranda und Bravo drohen Haftstrafen von bis zu vier Jahren, auch andere könnten ins Gefängnis kommen. Doch bis diese Urteile gesprochen werden, könnte es noch lange dauern. 2011 soll das Spiel zwischen Levante und Zaragoza verschoben worden sein. Der Skandal wurde 2013 bekannt. Im September diesen Jahres soll der Prozess beginnen.