Wie polnische Rechte die EM für ihre Parolen missbrauchen

»All Different. All White.«

Doch obwohl die polnische Ultraszene stramm rechts ist, lässt sie sich nicht von einer Partei vereinnahmen. Auch wenn die Grenzen manchmal fließend sind, wie die Teilnahmen polnischer Ultragruppen an den in Polen stattfindenden Demonstrationen gegen Flüchtlinge zeigen.
 
Wie Fußball von den rechten Kräften als Bühne für seine fremdenfeindlichen Parolen missbraucht wird, zeigen jetzt auch die Erfolge der polnischen Nationalmannschaft bei der EM.

»All Different. All White. Poland Euro 2016«, steht auf einem Foto, auf dem Spieler wie Robert Lewandowski und Grzegorz Krychowiak in feinen Anzügen zu sehen sind und dass die Allpolnische Jugend nach dem Achtelfinalsieg gegen die Schweiz in den Sozialen Netzwerken verbreitete.

Rechtliche Schritte gegen Missbrauch eines Bildes

Zudem wurde Kamil Grosicki ein weiß-rotes Armband retuschiert, wie es die polnischen Widerstandskämpfer während des Warschauer Aufstands 1944 trugen.
 
Doch der polnische Fußballverband, der sich in der Vergangenheit mit so manchen rassistischen Symbolen in den Stadien schwergemacht hat, reagierte diesmal sofort. Er kündigte schon einen Tag später rechtliche Schritte gegen den Missbrauch dieses Bildes an. Ebenso tat es die Firma Vistula, ein polnischer Herrenausstatter und offizieller Sponsor der Nationalmannschaft. Mit Erfolg, das Bild wurde sofort gelöscht.

Abfällige Äußerungen gegen Embolo oder Xhaka
 
Das bedeutet jedoch nicht, dass Politiker nun aufhören, die Nationalmannschaft dazu zu nutzen, um ihre rassistischen Ansichten zu verbreiten. Bestes Beispiel ist dafür die PiS-Politikerin Krystyna Pawlowicz, in Polen auch bekannt als das »Maschinengewehr Kaczynskis«.

Während der Partie gegen die Schweiz äußerte sie sich bei Facebook abfällig über Spieler wie Granit Xhaka oder Breel Embolo. Aber auch das ging nach hinten los. Mit Thiago Cionek spielt nämlich ein gebürtiger Brasilianer für Polen.