Wie Paderborn Wolfsburg einen Punkt abtrotzte

Mehr Anspielstationen, mehr Wucht

In der zweiten Halbzeit steigern sie sich jedoch regelmäßig. Das liegt auch daran, dass Andre Breitenreiters zweite taktische Idee meist die bessere ist. So ließ er vom wenig überzeugenden 5-4-1 ab und stellte sein Team auf ein klassisches 4-4-2 um. Mit dem neuen System übte Paderborn wesentlich mehr Druck aus, der gesamte Abwehrverbund schob weiter nach vorne.

Wolfsburg sah sich plötzlich mit einem gegnerischen Pressing konfrontiert. Noch ehe sie sich neu sortiert hatten, traf Meha per Elfmeter zum Ausgleich (51.). Auch danach hatte Paderborn gute Chancen. Ihre Konterangriffe waren in der ersten Halbzeit meist wirkungslos, Kachunga hing als einzige Spitze in der Luft. Mit zwei Angreifern hatte Paderborn mehr Anspielstationen vor dem Ball und damit mehr Wucht in Kontersituationen.

Wolfsburg muss mit Häme leben

Erst nach und nach konnte sich Wolfsburg befreien. Kevin de Bruyne zog sich weiter zurück, sodass Wolfsburg öfters im 4-3-3 aufbaute. Mit dieser neuen Überzahl im Mittelfeld konnten sie das Spiel besser kontrollieren.

Doch Heckings Wechsel brachten nicht die erhoffte Verbesserung. Mit mehreren Umstellungen stärkte er die eigenen Flügel. Doch nicht einmal zwei Minuten nach den Wolfsburger Wechseln (70.) brachte Breitenreiter den defensiven Sechser Ziegler für den offensiven Flügelstürmer Stoppelkamp. Mit Rupp als neuem Rechtsaußen stand Paderborn nun auf den Flügeln wesentlich stabiler.

Zwar hatte Wolfsburg auch nach der Pause große Chancen, doch das Übergewicht der ersten Halbzeit konnten sie nicht mehr herstellen. Paderborn zwang ihnen nun ein kampfbetonteres, schnelleres Spiel auf – und holte sich damit am Ende ein Unentschieden. Erneut sicherten sie sich einen Punkt nach der Pause und schraubten ihre Tordifferenz in der zweiten Halbzeit auf starke 15:11 hoch. So fand der Nachmittag selbst für die Traditionalisten und Wolfsburg-Gegner ein versöhnliches Ende.