Wie Österreicher zu den wichtigsten Gastarbeitern der Bundesliga wurden

Arbeit zum Billigtarif

3. Das Giga-Nachwuchszentrum in Salzburg
60 Internatsplätze, unzählige Top-Trainingsanlagen, eine riesige Fußballhalle, Behandlunsgräume wie in »Grey’s Anatomy«, eine Hightech-Kraftkammer und ein Hubschrauber-Landeplatz für Ralf Rangnick – so beschreiben Spaßvögel das Nachwuchszentrum von RB Salzburg. Und das ist nur ein bisschen übertrieben. 60 Schlafplätze bietet das Ding tatsächlich. In diesem gewaltigen Aufzuchtbecken für Stars von morgen tummeln sich viele Afrikaner und Lateinamerikaner, doch RB bringt auch immer wieder heimische Asse wie den heutigen Leipziger Konrad Laimer oder Herthas Valentino Lazaro hervor. Im vergangenen Jahr gewann Salzburgs U19 übrigens die UEFA Youth League, was noch keinem deutschen Klub gelang.

4. Ein bisschen deutsche Entwicklungshilfe
Hier noch etwas für unser schwarz-rot-geiles Fußball-Ego: Nein, Österreichs Fußball-Boom ist nicht allein hausgemacht. Einige Bundesliga-Profis aus Austria, wie Schalkes Alessandro Schöpf, Bayerns David Alaba (entstammen beide dem FCB-Internat an der Säbener Straße) oder der Mainzer Philipp Mwene (aus der Jugend des VfB Stuttgart) wurden bereits in deutschen Nachwuchsleistungszentren gedrillt. Auch das ist kein Zufall. In keinem anderen Land scouten deutsche Klubs so intensiv für ihre U-Teams wie in Österreich, denn junge Spieler aus der Alpenrepublik sind in Punkto Sprache und Kultur ebenso problemlos integrierbar wie schulisch. Zudem schauen alle Kids in Wien, Salzburg oder Graz die Deutsche Bundesliga und träumen von einer Karriere beim FC Bayern – oder wenigstens in Hoffenheim.

5. Arbeit zum Billigtarif
Es ist kein Geheimnis, dass viele, gerade junge Spieler in der österreichischen Bundesliga für rund 3.000 Euro brutto im Monat kicken. Wer als Fußballer in Österreich richtig was verdienen will, muss nach Salzburg oder besser gleich nach Leip …, äh, in die deutsche Bundesliga gehen. Dort wiederum weiß man nur allzu gut, dass österreichische Jungprofis für ziemlich mickrige Ablösen und vergleichsweise geringe Einstiegsgehälter zu bekommen sind. Zudem unterhalten sämtliche großen Berater-Agenturen aus Deutschland Zweigstellen in Österreich – das zahlt sich aus, denn das grenzüberschreitende Geschäft läuft bestens. Und ein Ende des »Ösi-Booms« ist nicht in Sicht.