Wie Nikolce Noveski für einen Eigentor-Rekord sorgte

»Geh raus und mach ein Tor«

Im Bett bleiben ist generell erstmal immer eine gute Idee, aber wäre Noveski an diesem Tag im November 2005 im Bett geblieben, so hätte er sich zwar seinen Eigentor-Rekord erspart, aber eben auch eine spektakuläre Aufholjagd verpasst, an der er nicht eben unbeteiligt war. »Wir wussten, dass er das wegsteckt. Er ist kein Typ, der Streicheleinheiten braucht. Wir haben ihm in der Halbzeit gesagt, geh raus und mach ein Tor«, so Mainz’ Manager Christian Heidel.

»Immerhin: mein erster Hattrick«

Gesagt, getan, das Spiel kippte zu Gunsten der Mainzer, die mehrere Konter der Eintracht schadlos überstanden und sich ihrerseits Chancen erspielten. In der 70. Minute drückte Noveski höchstselbst einen Freistoß von Toni da Silva aus fünf Metern per Kopf zum Anschlusstreffer über die Linie. Ausgleichende Gerechtigkeit, mag er in dem Moment gedacht haben, nach dem Spiel sagte er lapidar: »Immerhin: mein erster Hattrick«. In der 90. Minute erzielte Petr Ruman den Ausgleich, der sich für die Mainzer – und für Noveski ganz besonders – wie ein Sieg angefühlt haben muss.
 

Geschadet hat ihm sein Eigentor-Doppelpack übrigens nicht, Noveski war lange Jahre Integrationsfigur, Leistungsträger, Kapitän und Publikumsliebling der Mainzer. Dass er seine Karriere 2015 in Mainz beendete, ist schade, auch aus historischer Sicht. Denn auch wenn Noveski seinen Doppelpack wahrscheinlich nicht wiederholen würde – ein Treffer ins eigene Netz würde bereits reichen, um mit dann sieben Bundesliga-Eigentoren die alleinige Spitzenposition in dieser Statistik einzunehmen. Andererseits: In den Geschichtsbüchern der Liga steht er ja ohnehin schon.