Wie Martin Ödegaard in Holland durchstartete

Lockt Amsterdam?

Auch TV-Experte Fjörtoft sieht Ødegaards Laufbahn auf dem richtigen Weg. »Martin wird eine großartige Karriere haben. Er ist jetzt zwanzig Jahre alt! Wenn man einen Blick auf die großen Spieler dieser Welt wirft: Wann sind ihre Leistungen explodiert? Martin hat nie danach gefragt, ein Wunderkind zu sein. Er wollte sich entwickeln. Er wollte Fußball spielen. Er wollte von den Besten lernen. Er hat bereits 16 Länderspiele für Norwegen bestritten. Jetzt kann er ein Schlüsselspieler in der Mannschaft werden.«

»De Telegraaf« urteilte zum Jahreswechsel so über Ødegaard: »Trotz seines jungen Alters zeigt Ødegaard, eine Verstärkung für die Mannschaft sein zu können. Er hat ein Auge für den Raum und eine großartige Schusstechnik. Seine größte Qualität ist die Einfachheit: Seine erste Ballannahme verläuft immer ziemlich flüssig, mit ihr kreiert er Zeit und Raum.« Er werde immer dominanter und bringe Qualitäten mit, die einem Verein wie Ajax weiterhelfen könnten.

Interesse aus Amsterdam

Tatsächlich war dem niederländischen Rekordmeister aus Amsterdam nicht entgangen, wie Ødegaard in den vergangenen Wochen explodierte. Obwohl er in Arnheim weitaus offensiver, oft sogar auf den Außenbahnen zum Zug kam, wollte der Champions-League-Viertelfinalist einen Teil seiner 75 Millionen, die er vom FC Barcelona für Frenkie de Jong bekommt, im Sommer gern in den Skandinavier reinvestieren. Doch Real Madrid soll das 20-Millionen-Euro-Angebot abgelehnt haben.

Noch immer der alte Traum

Klar war nur, dass der Nationalspieler nach der Saison eine Grundsatzentscheidung treffen müsse: Noch ein Zwischenschritt, um sich für höchste Aufgaben zu empfehlen, oder nun den zweiten Anlauf bei Real wagen? Sich in Madrid eines Tages durchzusetzen ist und bleibe sein Traum, machte Ødegaard vor kurzem beim vereinseigenen Kanal von Vitesse noch einmal deutlich. Mit einer Leihe zu Bayer Leverkusen, mit dessen Vertretern sich die Entourage am Donnerstag in Düsseldorf getroffen haben soll, würde Ødegaard eine Art Kompromiss eingehen. Der nächste Schritt für eine positive Entwicklung, der nächste Schritt in Richtung Madrid.

»Ich will noch immer Stammspieler werden bei Real Madrid. Das wäre großartig. Ich möchte in Zukunft dorthin zurückkehren, um dort zu spielen. Das ist mein Ziel.« Sein Vertrag in Spanien ist noch bis zum Sommer 2021 datiert.

Seit März wieder Cheftrainer von Real: Sein einstiger Mentor, Zinedine Zidane. »Wir haben eine gute Beziehung«, sagte Ødegaard gegenüber »As« vielsagend. Die Wiedereinstellung des Franzosen könne tatsächlich »positiv für mich sein«.

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Der Autor Francois Duchateau ist Redakteur bei Funke Sport (u.a. »WAZ«) und berichtet seit vielen Jahren über den niederländischen Fußball.