Wie man die Polizeieinsätze finanzieren könnte

Chinas U20-Polizei

Womöglich muss sich die DFL demnächst an den Kosten für Polizeieinsätze bei Bundesligaspielen beteiligen, es geht um 50 Millionen Euro. Dabei gäbe es ganz einfache Möglichkeiten, die Einsätze zu finanzieren. 

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Es könnte ein Urteil mit weitreichenden Folgen sein: Das Oberlandesgericht Bremen hat beschlossen, dass sich die DFL an den Kosten von Hochrisikospielen des SV Werder Bremen beteiligen muss. Die DFL kündigt zwar Berufung an, bliebe das Urteil aber bestehen, könnten auf Verband und Klubs Mehrkosten von geschätzt über 50 Millionen Euro zukommen. Oder können sich Verband und Polizei noch anderweitig einigen? Wir hätten da einige Vorschläge. 

Sponsoringverträge

Warum nicht die guten Beziehungen der DFL zu ihrem gigantischen Sponsorenpool nutzen, um diese auch für die Polizei nutzbar zu machen? Exklusiv vermarktete Schlagstöcke wären ebenso denkbar wie eine neu ausgeschriebene Vergabe der Pfefferspray-Rechte. Auch die vielen freien Stellen auf der Uniform, etwa da, wo eine bundesweit verpflichtende Kennzeichnung stehen sollte, könnten vermarktet werden. Über die normalen Sponsorings hinaus könnten DFL und Polizei auch Sponsoring-Events anbieten. Sie sind ein reicher Sack und wollen mal ordentlich Dampf ablassen? Vielleicht wäre das Schlagstock-Deluxe-Set mit anschließendem Meet-and-Greet mit Rainer Wendt das richtige Sponsoring-Paket für Sie und Ihre Kollegen. Netter Nebeneffekt: Für die Auslandsvermarktung in China, Katar oder anderen Schurkenstaaten wäre das ein Segen. 

Rainer Wendts Portokasse

Und apropos Rainer Wendt. Der Mann, dessen richtiger Name – was viele nicht wissen – Reiner Populismus lautet, ist ja seit der Recherche der Kollegen von »Report München« im März 2017 bekannt als einer, der weiß, wie man unauffällig ein bisschen Kohle nebenher macht, ohne dafür zu arbeiten. Und damit ist noch nicht mal seine Tätigkeit als Brandstifter gemeint, die er tatsächlich nur hobbymäßig in Talkshows ausübt. Möglicherweise könnte Wendt mit dem ein oder anderen Kniff Geldmittel für die Polizeiarbeit frei machen, die dann Eins zu Eins in die Kosten für Risikospiele fließen. Das ganze selbstredend nur gegen eine Kompensation, etwa eine gut besoldete Stelle als Hauptkommissar, die Wendt aber natürlich nicht wirklich ausüben muss. 

Kooperation mit China

Nach dem vollen Erfolg der Kooperation zwischen DFB und DFL und dem Chinesischen Fußballverband wäre es doch fahrlässig, diese gute Beziehung nicht noch zu vertiefen. Gegen ein kleines Entgelt, und davon gibt es in China ja genug, könnten chinesische U20-Polizisten bei den Einsätzen der deutschen Polizisten mit dabei sein und von ihnen lernen. Neben der finanziellen Kompensation gäbe es sicherlich auch nicht zu verachtende Synergieeffekte: Gerade in polizeilichen Bereichen wie Menschenaufläufe auflösen, Rumknüppeln und Andersdenkende einfach wegsperren, ist China weltspitze. Hier besteht ohnehin Nachholbedarf, will man nicht den Kontakt zu europäischen Spitzenpolizeien wie der spanischen verlieren. 

Mehr Montagsspiele

Mit ein Kerngeschäft der Verbände ist ja das Vergraulen lästiger, lästiger Stadiongänger und deren Umerziehung zu willfährigem TV-Publikum. Gerade der Protest der Fans gegen Montagsspiele zu Beginn der Woche in Frankfurt zeigte in die richtige Richtung. Zwar protestierten die Fans, allerdings waren auch nur 45.000 Anhänger im Frankfurter Waldstadion, und nicht etwa 52.000, die es bei ausverkauftem Haus gewesen wären. Die Tendenz stimmt also. Und die Rechnung ist einfach: Je mehr Fußballspiele zu unangenehmen Terminen, desto weniger aggressive Fan-Wut-Gewalt-Horden, die marodierend durch die Städte ziehen. Setzte man etwa ein Spiel auf einen Mittwochmorgen um halb Fünf an, dürfte ein Mannschaftswagen Polizisten reichen, um die Handvoll Versprengte auf dem Weg zum Stadion in Schach zu halten. Und die wahren Fans in Shanghai und Xhenhua freuen sich ebenfalls über die Spiele zur Prime Time.