Wie Magdeburgs Niklas Brandt nach einer Herz-OP zurückkam

Traumpass zum Siegtor

Auch Niklas Brandt hatte sich schon überlegt, was er machen würde, falls die Operation bei ihm nicht optimal verlaufen würde. »Es gibt auch ein Leben neben dem Fußball«, sagt der Mann, der beim Nordberliner SC das Kicken begann. Doch zum Glück kommt es nicht so weit, und Brandt steht schon einen Monat nach der OP wieder auf dem Platz – im Test gegen den VfL Wolfsburg. Als wäre nichts passiert gewesen schießt der Sechser in der 67. Minute den 2:3-Anschlusstreffer gegen den amtierenden DFB-Pokalsieger, am Ende siegt der FCM überraschend mit 4:3.

Doch der Höhepunkt sollte für Niklas Brandt erst noch kommen. Am vergangenen Sonntag steht für den 1. FC Magdeburg das Derby gegen den großen Rivalen Hallescher FC an – nachdem die Bördestädter im Sommer den seit sechs Jahren herbeigesehnten Aufstieg in die Dritte Liga geschafft haben. Für Brandt hat die Partie zudem eine besondere persönliche Note: In der Saison 2013/2014 kickte er in Halle, bevor er an die Elbe wechselte.

»Froh, überhaupt spielen zu können«

Das Spiel beginnt denkbar ungünstig für den 1. FCM: Nach nur 27 Sekunden geht der HFC in Führung, nach 16 Minuten muss zudem der Magdeburger Ahmed Waseem Razeek mit Gelb-Rot vom Platz. Der FCM kämpft sich jedoch zurück und schafft durch Torjäger Christian Beck vor der Halbzeit den Ausgleich. In der 74. Minute kommt der große Moment für Niklas Brandt: das erste Pflichtspiel nach über einem halben Jahr. Schon zwei Minuten nach seiner Einwechslung hat er die große Chance zum 2:1, scheitert aber noch mit einem Kopfball, der neben das Tor geht. Wieder zwei Minuten später macht es Brandt allerdings besser und schickt mit einem Traumpass Beck auf die Reise, der das entscheidende Tor für den FCM macht.

»Das war schon ein ordentlicher Einstand«, resümiert Brandt das nervenaufreibende Match. Herzprobleme habe er nicht mehr verspürt, nur die Spielpraxis habe noch ein wenig gefehlt. »Jetzt will ich mich langsam nach vorne tasten und gegen Bremen II am Freitag hoffentlich ein paar mehr Spielminuten absolvieren«, sagt Brandt. Und wer weiß, vielleicht reicht es ja bald auch schon für 90 Minuten? »Ich bin einfach froh, überhaupt spielen zu können«, antwortet er. Nach den Ereignissen der letzten Monate kann er das richtig einordnen.