Wie Lionel Messi zum Teamplayer wurde

Gedemütigte Gegner

Im Copa-Halbfinale gegen Paraguay wurde die argentinische Mannschaft nicht unbedingt freundlich vom chilenischen Publikum empfangen, das sich als Finalgegner für das eigene Team natürlich nicht Messi und Co. wünschte.

Im Estadio Municipal von Concepción donnerten während der argentinischen Nationalhymne noch laute Rufe wie »Argentinos, hijos da puta« durch die Betonschüssel. Nach dem Abpfiff gab es Ovationen. Dem Zauber von Lionel Messi konnten sich an diesem Abend nicht einmal die feindlich gesinnten Chilenen widersetzen. Der Superstar traf zwar erneut nicht selbst, aber drei Tore bereitete er direkt vor, bei zwei weiteren spielte er den vorletzten Pass.

Demonstration und Demütigung

Der 6:1-Sieg gegen Paraguay war eine Demonstration und zugleich eine Demütigung. Vorm vierten Treffer schien die Situation zunächst noch recht unspektakulär, bis Messi auf einmal von halbrechts mit einem unnachahmlichen Dribbling an mehreren Gegenspielern vorbeizog. Dabei schüttelte er erst Pablo Aguilar ab und tunnelte anschließend den heranrauschenden Bruno Valdez, sodass dieser seinen eigenen Teamkollegen umgrätschte.

Das Bild war deutlich: Wer sich mit Messi anlegt, wird der Lächerlichkeit preisgegeben.

»Ein Typ wie Leo...«

Dass er den Ball am Ende nicht selbst auf das paraguayische Tor feuerte, sondern auf Ángel Di María ablegte, passte zum Teamplayer Messi. Eine gesunde Mischung aus Eigensinn und Kollegialität machte ihn auch beim FC Barcelona immer stark.

»Ein Typ wie Leo… nun, nicht ein Typ wie Leo, sondern Leo ganz allein, weil er einmalig ist, weiß auf Grundlage des Spiels, was zu tun ist, und was unser Spiel braucht«, schwärmte Martino. Der Trainer weiß ganz genau, wer den größten Anteil am Copa-Titel hätte, sollte Argentinien im Finale gegen Chile triumphieren.