Wie Lahms Unternehmen pleite ging

»Kann immer mal vorkommen, dass etwas durchsickert«

Am Niedergang, so Lahm, sei aber auch das traditionell unruhige Umfeld in Hausam nicht unschuldig. »Ohne despektierlich sein zu wollen, aber das mediale Interesse ist hier natürlich größer als bei einem kleineren Pflegeprodukte-Hersteller, bei dem in Ruhe gearbeitet werden kann. Wenn bei uns mal eine Pflegeserie nicht so gut funktioniert, dann stehen hier 2000 Fans am Gelände und machen den Mitarbeitern die Hölle heiß«, so Lahm. Auch die Presse trüge ihren Teil dazu bei. »Das mediale Umfeld hier am Schliersee ist ein Haifischbecken. Und dass ständig jemand Interna an die Bild-Zeitung durchsteckt, macht die Sache auch nicht besser«, meint Lahm, der aber auch betont, dass es bei einem Unternehmen, dessen Produkte in erster Linie flüssig seien, immer mal vorkomme, dass etwas durchsickert.

Vielleicht, so die einhellige Meinung der Experten, ist der eine oder andere nach den Erfolgen der letzten Jahre auch einfach zu satt gewesen. Das Team nicht rechtzeitig wachgerüttelt zu haben, kreide Lahm sich selbst an. Auch wenn er betont, vor der Saison keinerlei Anzeichen eines Schlendrians festgestellt zu haben: »Ich verstehe es nicht. Im Trainingslager in Belek hat die Truppe super mitgezogen.«

»Pflegeproduktherstellung ist zu 80 Prozent Kopfsache.«

Und so steht Lahm vor den Scherben seiner ersten Station als Gesellschafter. Wie es weitergeht, ist derzeit völlig unklar. Man werde nun jeden Stein umdrehen, ein »Weiter so« könne es nicht geben. Aktuell werde der Kader umgebaut, mit einer jungen, hungrigen Truppe will Lahm wieder angreifen. Dazu passt die Meldung, dass nur eine Teilzeitkraft und ein Azubi bleiben sollen, wie die in Pflegeproduktkreisen für gewöhnlich gut informierte »Bild« meldete. Allerdings machen Gerüchte die Runde, dass der Azubi erst noch verpflichtet werden muss. »Ich werde sicherlich keine Wasserstandsmeldungen abgeben«, so Lahm. »Aber klar ist auch: Der Hasan macht einen top Job bei den Bayern und ich schätze seinen Fleiß. Natürlich ist so ein Azubi interessant für uns.«

Zunächst gelte es aber, kurzfristig wieder auf die Beine zu kommen. »Wir müssen weiter hart arbeiten«, so Lahm. „Am Fließband Gas geben, dann werden wir uns auch wieder belohnen. Pflegeproduktherstellung ist zu 80 Prozent Kopfsache.« Erster Schritt sei ein Lagerverkauf, so Lahm. »Da wollen wir nochmal alles raushauen. Dann sehen wir weiter.«