Wie konnte Mainz in München gewinnen?

Guardiola fehlt das Händchen

Nach der Pause ging es weiter wie zuvor. Mainz stand jetzt noch defensiver, verteidigte ausschließlich im 5-4-1. Die Bayern wiederum bissen sich fest. Guardiolas Einwechslungen, sonst seine große Stärke, belebten das Spiel diesmal nur marginal. Thomas Müller brachte mehr Präsenz auf der Zehn. Douglas Costa wiederum deutete seine Stärken höchstens an – wie so oft in den vergangenen Wochen.

Dennoch waren die Bayern hochüberlegen. Immer wieder zogen sie das Tempo an und kamen mit Geschwindigkeit vom Flügel in den Strafraum. Der Ausgleich war hochverdient. Warum der Rekordmeister dennoch verlor? Weil bei einem Einwurf kurz vor Schluss die halbe Mannschaft schlief.

Glück und fehlende Konzentration

Zugegeben: Mainz' Taktik war clever, die Fünferkette erfüllte besonders nach der Pause ihren Zweck. Der Sieg war dennoch mehr als glücklich. Dreimal schossen die Mainzer insgesamt aufs Tor, zweimal zappelte der Ball im Netz. Loris Karius musste hingegen fünf Paraden hinlegen, um seine Mainzer im Spiel zu halten.



Bayern-Spiele erinnern ein wenig an Fifa-Duelle gegen den kleinen Neffen: Neun von zehn Spielen gewinnt der Onkel mühelos, im zehnten jedoch schaut er kurz auf sein Handy und – schwupps! – hat der kleine Hosenscheißer das Siegtor erzielt. Dabei war Konzentration eigentlich eine Stärke der Bayern unter Guardiola. Selbst unwichtige Ligaspiele gewannen die Münchener.

Die Liga ist vor dem Topspiel am Wochenende also ein Stück spannender geworden. Nur noch fünf Punkte trennen Borussia Dortmund und Bayern München. Einem dürfte Mainz' Sieg übrigens besonders gefallen haben: Juventus-Trainer Massimiliano Allegri. Er sah vor dem Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale, dass die Bayern auch im eigenen Stadion verwundbar sind.