Wie Jürgen Klopp sein erstes Premier-League-Spiel gewann

Wird Liverpool jetzt Meister?

Jürgen Klopp gewinnt mit dem FC Liverpool verdient gegen den FC Chelsea. Dabei macht seine Mannschaft dieselben Fehler wie der BVB in der vergangenen Saison.

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Wer ist die Nummer Eins unter den Einen? Die Premier League sah am Samstag das Duell »Special One« gegen »Normal One«. Jürgen Klopp gegen Jose Mourinho – die Paarung versprach taktisch anspruchsvollen Fußball für den Fan und Stress für den Schiedsrichter. Doch beides blieb aus. Chelsea spielte wie eine schlechte Karikatur eines Mourinho-Teams, während viele Rädchen von Liverpools Pressingmaschine noch quietschen und rattern.

Frühes Tor spielt Mourinho (nicht) in die Karten

Dabei fing es vielversprechend an: Bereits nach vier Minuten köpfte Ramires Chelsea in Führung. Das frühe Tor war jedoch ein »Gamekiller«, wie die Engländer so schön sagen. Chelsea tat das, wofür Mourinho-Mannschaften berüchtigt sind: Sie stellten das Angreifen ein. Im 4-4-1-1 zogen sie sich an den eigenen Sechzehner zurück, überließen Liverpool den Ball. Mourinhos Strategie sah vor, 86 Minuten lang das frühe Tor zu verteidigen.



Liverpool hatte in der Folge Probleme, das Spiel zu gestalten. Erneut zeigte sich Liverpool stark in der Flexibilität in der Defensive, nicht aber in der Offensive. Ihr Grundsystem erlaubte flexible Übergänge: Vom 4-3-2-1 im hohen Pressing über ein kompaktes 4-4-1-1 im Mittelfeld bis hin zum ultrakompakten 4-1-4-1 am eigenen Sechzehner. Diese Übergänge halfen aber nur in der Defensive, nicht aber in der Offensive.

Das BVB-Déjà-vu

Liverpools Offensivbemühungen dürften BVB-Fans ein Déjà-vu bereitet haben: Statt die eigenen Ballbesitzanteile ruhig auszuspielen, suchten sie zu früh den vertikalen Weg nach vorne. Vor allem am rechten Flügel schadete dies. James Milner und Rechtsverteidiger Nathaniel Clyne verließen ihre Positionen, rückten früh nach vorne. Milner und Clyne bekamen zwar vertikale Zuspiele, waren dann aber am rechten Flügel isoliert. Chelsea musste gar nicht mehr verschieben, um sie zu isolieren. Schon im Moment des Anspiels war klar, dass auf Rechtsaußen keine Mitspieler zu finden waren.