Wie Island gegen Portugal ein 1:1 erkämpfte

Das erste Schienbein-Tor der EM

Die elf Isländer auf dem Rasen widersetzten sich gleichsam tapfer, doch gerieten nach einer Viertelstunde zusehends unter Druck. Torwart Halldorsson musste erst einen Distanzschuss, dann einen Kopfball von Nani mit glänzender Fußparade abwehren. Jener Nani schloss in der 32. Minute dann jedoch einen sehenswerten Angriff über die rechte Seite trocken zum 1:0 ab.

Ronaldos Abschlüsse meist geblockt

Die Portugiesen probierten es sehr oft mit Flanken von außen. Der 24 Jahre alte Danilo vom FC Porto stielte mit klugen Bällen auf die Außen die Angriffe ein. Cristiano Ronaldo zeigte nicht mehr als seine bekannten Übersteiger, seine Abschlüsse wurden meist geblockt.

»Viele Spieler waren verantwortlich für Ronaldo, nicht ein einzelner. Das haben wir sehr gut verteidigt«, erklärte Islands Trainer Heimir Hallgrímsson später.

Seinem Team gelang in der 52. Minute der Ausgleich. Johann Gudmundsson setzte eine herrlich geschnittene Flanke, die allerhöchsten Manni-Kaltz-Ansprüchen genügte, in Richtung des zweiten Pfostens. Bjarnason traf den Ball mit dem Schienbein zum 1:1 ins Tor.

Ist wirklich nur jeder zehnte Isländer in Frankreich?

Torwart Halldorsson musste danach immer wieder klären, einmal gegen Pepe, zweimal gegen Ronaldo. Seine Vorderleute schmissen sich in jeden Ball, hämmerten auf den Boden und zogen mit ihren Grätschen Furchen in den Rasen.

Als Ragnar Sigurdssson sich am eigenen Tor einen Schluck Wasser gönnte, peitschte er mit den Händen die ohnehin ekstatischen Fans an. So brachten sie das Unentschieden über die Zeit. Gerade in den Schlussminuten wirkte es nicht so, als sei jeder zehnte Isländer vor Ort. Sondern alle 300.000 Einwohner am eigenen Sechzehner.