Wie ihr trotz kleinem Kontingent an Champions-League-Finaltickets kommt

Schmiergeld-Rodeo

Von den 63.000 Champions-League-Finalkarten gibt die Uefa mehr als ein Drittel: an die Uefa. Aber nicht verzagen. Wir erklären euch, wie ihr trotzdem an Tickets kommt.

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Fußball, das wird die Uefa nicht müde zu betonen, gehört den Menschen. Vor allem dann, wenn diese Menschen Anzug und Schlips tragen, ihr Vermögen in Schwarzen Kreditkarten und/oder mit Dollarzeichen bedrucktenGeldsäcken mit sich herumtragen und in irgendeinem finanziellen Verhältnis zum Verband stehen. Was nun dazu geführt hat, dass all die Schlipsträger bei der Ticketvergabe zum Champions-League-Finale 2018 naturgemäß bevorzugt behandelt werden. Von den 63.000 Tickets gehen je 17.000 an die Finalteilnehmer, 6.700 in den freien Verkauf und 22.300 an die Uefa, um sie an Sponsoren, Verbandsmitglieder und weitere Hospitality-Vollsympathen zu verteilen. Eine akute Lachsschnittchenknappheit droht. 

Bevor sich jetzt aber spontan ein wütender Mob gemeinen Fußball-Melkviehs zusammenrottet, um mit Mistgabeln und Fackeln gen Uefa-Hauptquartier zu ziehen, möchten wir als Stimme der Vernunft noch auf die anderen Möglichkeiten der Ticketvergabe hinweisen.

Werdet Teil des Verbands

Ihr seid sowieso ein alter, weißer, reicher Mann, und die Stelle, an der andere Menschen ein Herz haben, füllt bei euch ein trockenpflaumenartiger Fleischsack, der aus unerfindlichen Gründen auf - 666 Grad runtergekühlt ist? Dann werdet doch einfach Teil eines internationalen Fußballverbands. Gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten könnt ihr euch auf dem Rücken einer Volkskultur die Taschen schön voll machen, viele internationale Stars und Sternchen (Voldemort, Sauron, Infantino, Gargamel, etc.) kennenlernen und Spitzenspiele wie das Finale bequem in der VIP-Loge verfolgen, bei einem Becher warmem Zwangsarbeiterblut oder einem leckeren Geldschein-tini. 

Macht bei einem Gewinnspiel mit

Auch in dieser Champions-League-Saison gibt es zahlreiche vom Verband und dessen Sponsoren ausgerichtete Gewinnspiele. Schon fast traditionell ist das Necronomicon-Verseraten der Fifa, bei der Sepp Blatter die schönsten Verse des Dunklen Lords vorträgt und die Teilnehmer die Stelle im Buch raten müssen. Auch ein moderner Klassiker ist die jährliche Geldscheinschlacht, bei der der Sieger gleich zwei Finaltickets bekommt (Geldscheine bitte selbst mitbringen). Ein bisschen weniger beliebt ist das Schmiergeldrodeo, das einfach nicht mehr das gleiche ist, seit so viele Stamm-Teilnehmer fehlen. Dafür neu im Programm: Eine spannende Schnitzeljagd auf den Caymans, an deren Ende vielleicht eine Karte wartet. Oder halt eine Anklage wegen Steuervergehen.